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03. Oktober 2017

Studien belegen: E-Autos fahren auf der Überholspur!

Mittlerweile muss klar sein, dass Elektrofahrzeugen die Zukunft gehört. Wer dennoch Argumente dafür sucht, wird hier fündig. Wir haben die wichtigsten Zahlen und Studien für euch zusammengefasst, von Ökobilanz bis Netzausbau.

Stellt euch zwei geschlossene Räume vor. In einem steht ein Elektroauto, im anderen ein Benziner – jeweils mit laufendem Motor. In welchem Raum würdet ihr lieber eingesperrt sein? Zugegeben, dieses Beispiel von Arnold Schwarzenegger bringt die Vorteile von E-Mobilität leicht überspitzt auf den Punkt. Darüber hinaus gibt es aber genug fundierte Quellen, die belegen: Auf dem Weg in eine saubere Energiezukunft ist Strom der richtige Antrieb. Warum? Wir haben für euch nachgeforscht.

Elektromobilität ist die klimafreundlichste Alternative
Kommen wir gleich auf Schwarzeneggers Gedankenexperiment zu sprechen. Wie ist das nun genau mit dem Schadstoffausstoß? Aufschluss gibt eine Studie des österreichischen Umweltbundesamts von 2016. Legt man die Treibhausgas(THG)-Emissionen, die bei Produktion, Betrieb und Entsorgung entstehen, auf gefahrene Kilometer um, haben Benzin- und Diesel-Fahrzeuge die schlechtesten Karten. Sie verursachen die meisten THG-Emissionen – nämlich 150 Gramm pro gefahrenem Kilometer. Bei Elektrofahrzeugen sind es bis zu 90 % weniger. Warum es Studien gibt, die E-Autos dennoch ein graues Mäntelchen umhängen wollen? Antworten liefert Experte Prof. Eckard Helmers vom Umwelt-Campus Birkenfeld in seinem Fachartikel für das Portal electrivedrive.net.

Beim VERBUND-Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II in Kärnten lädt ein elektrisches Dienstfahrzeug.
Großer und kleiner Akku: Ein elektrisches Dienstfahrzeug lädt beim VERBUND-Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II in Kärnten. ©VERBUND

Zusätzlicher Energiebedarf lässt sich mit sauberem Strom abdecken
Ihre volle Wirkung entfalten Elektroautos mit sauberem Strom. Gibt es davon genug? Hier liefern Zahlen von Oesterreichs Energie Auskunft. Sollen künftig auf unseren Straßen nur E-Fahrzeuge unterwegs sein, bräuchte es 15 % zusätzlichen Strom. Ausbaupotenziale für Grünstrom haben wir reichlich. So ließe sich der Anteil von Wasserkraft & Co an der Stromproduktion bis 2030 von 76 auf 85 % steigern und damit der Mehrverbrauch durch Elektroautos kompensieren. In die gleiche Kerbe schlagen auch Experten wie Heimo Bürbaumer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Österreichischen Energieagentur. Laut seinen Recherchen gibt es in Österreich rund 230 km2 an Dach- und Fassadenflächen, die für Photovoltaik genutzt werden können. Zu seinem Gastkommentar in der Tageszeitung „Die Presse“ gelangt ihr hier: Elektroautos und die Frage nach der Stromherkunft.

E-Autos können die Stromnetze stützen
Aber sind unsere Stromnetze überhaupt für Elektroautos gerüstet? Diese Frage stellt sich auch die ZDF-Doku „Risiko E-Auto – Stromnetz am Limit?“. Fakt ist: Elektrische Fahrzeuge können das Netz sogar stützen. Denn sie lassen sich zu einem virtuellen Energiespeicher zusammenschließen. Ihre Batterien nehmen Strom auf, wenn er im Überfluss produziert wird – und geben ihn ab, wenn Mangel herrscht. Dass das möglich ist, belegte zum Beispiel eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Jahr 2016. Der einjährige Test fand mit 20 Elektro-Volkswagen und 40 Fahrerinnen und Fahrern in Berlin statt.

Elektrisierend: Alle 60 Kilometer gibt es in Österreich eine Ladestation von SMATRICS.
Elektrisch Gas geben: In Österreich gibt es alle 60 Kilometer Ladestationen von SMATRICS. ©VERBUND

Österreichweites Netz an Ladestationen wächst stetig
Somit ist klar: Elektroautos helfen der Umwelt und für sauberen Strom ist gesorgt – doch wo kann nun geladen werden? In Österreich ist das kein Problem. Hier gibt es alle 60 Kilometer Ladestationen von SMATRICS. Diese werden mit VERBUND-Strom aus Wasserkraft gefüttert. Die Hälfte der 400 Ladepunkte sind High-Speed-Stationen. Hier könnt ihr zum Beispiel die Batterie von eurem Renault Zoe in nur 20 Minuten aufladen. Auch international wächst das Ladenetz. SMATRICS-Kunden sind bereits in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Slowenien und der Slowakei elektrisch unterwegs.

Reichweite von elektrischen Fahrzeugen ist alltagstauglich
Für den Alltag sind Elektroautos bereits definitiv gut gerüstet. Die heutigen E-Autos haben in der Regel bis zu 250 Kilometer Reichweite. Eine Distanz, die für durchschnittliche Fahrerinnen und Fahrer in Österreich voll und ganz ausreicht. Sie legen im Schnitt 34 Kilometer pro Tag zurück – darauf machte 2016 der VCÖ aufmerksam. Fast jede zweite Autofahrt ist sogar nach fünf Kilometern zu Ende. Am meisten fahren die burgenländischen Lenkerinnen und Lenker, die kürzesten Wegstrecken werden in Wien und Vorarlberg zurückgelegt.

Elektroautos kurbeln Wirtschaft an
Trotz aller Euphorie fragt ihr euch als E-Auto-Fans jetzt sicher: Wann starten elektrifizierte Fahrzeuge nun endlich durch? Schließlich müssten auch die Autohersteller wissen: Wer jetzt auf Elektromobilität setzt, dem stehen wirtschaftlich rosige Zeiten bevor. Dies belegt eine aktuelle Studie von TU Wien und Fraunhofer Austria. Sie prophezeit neuen Technologien bei Ausnützung aller Potenziale bis 2030 die Schaffung von 57.100 neuen Arbeitsplätzen und eine zusätzliche Wertschöpfung von 3,8 Milliarden Euro. Dabei werden auch vielversprechende Zukunftsfelder wie Wasserstoff-Autos einbezogen.


Elektrisch Fahren wird immer attraktiver – auch wenn bei diesem Tesla das Oberteil fehlt.
Grüner Fahrspaß: E-Mobilität wird immer attraktiver – auch wenn bei diesem Tesla das Oberteil fehlt. ©VERBUND

Internationale Erfolgsbeispiele geben Richtung vor
Länder wie China haben diese Chancen bereits erkannt und drücken bei Elektromobilität aufs Gas. Laut aktuellem Electric Vehicle Index von McKinsey führt das Reich der Mitte mit einem Anteil von 43 % an der Weltproduktion von insgesamt 870.000 E-Fahrzeugen – und das deutlich vor Deutschland mit unter einem Viertel. Bei der Herstellung wichtiger Komponenten wie Batteriezellen oder E-Motoren ist China ebenfalls in Pole Position. Und auch bei der Nachfrage mischt die Volksrepublik vorne mit: Sie liegt im Index auf Rang Vier hinter Norwegen, den Niederlanden und Schweden.

Auch in Europa nimmt E-Mobilität Fahrt auf
Doch keine Sorge, auch in Europa tut sich einiges. Die Europäische Union macht den Autobauern Dampf: Bis 2021 muss der CO2-Ausstoß von Neuwagen massiv sinken, sonst drohen Milliardenstrafen. Dass die deutschen Hersteller bereits darauf reagieren, zeigt eine Prognose von PwC Autofacts®. Volkswagen, Daimler und BMW werden demnach 2017 EU-weit erstmals mehr als 100.000 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge herstellen. Die Analysten gehen dabei konkret von 106.000 Fahrzeugen aus. Das ist rund die Hälfte mehr als im vergangenen Jahr.

Elektroautos werden mehr und günstiger
In Österreich sind hingegen seit Mitte 2017 etwa 15.000 reine Elektroautos und Plug-in-Hybride unterwegs. Dabei gibt es bereits über 70 E-Fahrzeugtypen jeder Klasse und Größe. Und das steigende Angebot lässt auch die Kosten sinken. Neben niedrigerem Herstellungsaufwand für Batterien, dem größten Kostentreiber, sind künftig weitere Förderungen der Politik zu erwarten. Eine Linksammlung zu diesem Thema findet ihr hier: Förderungen für Elektroautos.

Die Fakten sprechen somit eine klare Sprache: E-Mobilität ist nicht aufzuhalten. Wenn ihr mehr über das Angebot von VERBUND zu diesem Thema erfahren wollt, empfehlen wir euch hier vorbeizuschauen: E-Autos für die Energiezukunft.

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