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24. Juli 2018

E-mobil unterwegs in Europa

Beinahe täglich erreichen uns Jubelmeldungen über neue Elektroautos, Erfolge in der Batterietechnologie oder neue Ladestationen, die schnelles und immer öfter auch ultraschnelles Laden erlauben. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie dicht ist das Ladenetzwerk schon?

Der Verkehrssektor ist nach wie vor einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen in Österreich und in Europa. Der österreichische Kfz-Verkehr ist zu 92 % von Erdölprodukten abhängig. E-Mobilität trägt wesentlich zur Erreichung (inter-)nationaler Klimaziele und zu mehr Unabhängigkeit von Erdölimporten bei. Deshalb hat VERBUND schon frühzeitig die Weichen für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors gestellt, auf Basis von Strom aus 100 % erneuerbaren Quellen.

Wir ziehen Zwischenbilanz und brechen auf zu einer elektrischen Tour d`Horizon
Sie ist nicht einfach zu beantworten, die Frage nach der aktuellen Zahl der Ladestationen. Es werden praktisch täglich mehr. Deshalb handelt es sich immer nur um eine Momentaufnahme. Es wird an allen Ecken und Enden an der Elektromobilität geforscht, entwickelt und geschraubt. In Österreich gibt es laut goingelectric aktuell 5.185 Ladepunkte an 2.477 öffentlichen und halböffentlichen Standorten. In Europa sind es laut dem Europäischen Verband der Automobilindustrie ACEA schon an die 100.000 Ladepunkte. Bis 2030 sollen weitere 2 Millionen Stück in Europa installiert werden. Fakt ist, dass SMATRICS, Österreichs führender Anbieter von Dienstleistungen rund um das Thema Elektromobilität, ein flächendeckendes Ladenetz in Österreich betreibt und dieses laufend optimiert und erweitert.

Mehr Informationen: https://smatrics.com/ladenetz

Das Ladenetzwerk wächst dynamisch
Um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, beteiligt sich VERBUND an europäischen Innovationsprojekten. Besonders intensiv arbeiten wir gemeinsam mit SMATRICS am Ausbau einer hochrangigen Ladeinfrastruktur für Elektroautos um Langstreckenfahrten zu ermöglichen. Das Ergebnis ist bewegend. In nur wenigen Jahren wurde ein Ladenetz mit rund 450 Ladepunkten im Umkreis von rund 60 km aufgebaut. Mehr als 250 davon sind Schnellladepunkte mit Ladezeiten von 20 Minuten für 100 km. Der Strom dafür kommt zu 100 % aus heimischer Wasserkraft. Durch die hohe Ladeleistung können alle am Markt befindlichen Fahrzeuge geladen werden – und zwar jeweils so schnell, wie es die Fahrzeugtechnologie erlaubt. Schon nach 30 Minuten ist ein gängiges Elektroauto wieder zu 80 % vollgeladen. Die neueste Generation Ladestationen ermöglicht Laden für 100 km Fahren in nur 5 Minuten. Ende Mai wurde die erste Ultra-Schnellladestation in Österreich am Verteilerkreis in Favoriten feierlich eröffnet. Das bedeutet 5 Minuten laden, bis zu 100 km fahren für die nächste Generation  langstreckentauglicher Elektroautos, die sukzessive auf den Markt kommen werden. 

 
Michael Strebl, Geschäftsführer Wien Energie, Ulli Sima, Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke und Michael-Viktor Fischer, Geschäftsführer SMATRICS bei einer Ultra-Schnelladestation von SMATRICS.
SMATRICS und Wien Energie eröffnen erste 350 kW Ultra-Schnellladestation Österreichs am Verteilerkreis Favoriten. V.l.n.r.: Michael Strebl, Geschäftsführer Wien Energie, Ulli Sima, Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke und Michael-Viktor Fischer, Geschäftsführer SMATRICS. © Wien Energie/APA-Fotoservice
Ein Netz für Alle
An SMATRICS Ladestationen können alle sofort laden. Auch jene E-Autofahrer/innen, die noch nicht SMATRICS Kunden sind. Alles, was dafür notwendig ist, ist ein Mobiltelefon mit Internet-Zugang. Damit kann sich jeder direkt an der SMATRICS Station für die Ladung freischalten. Eine perfekte Lösung für Urlauber und Durchreisende. Mobilität bei SMATRICS endet nicht an den Landesgrenzen. Auch in Bayern ist SMATRICS mit 12 Ladepunkten vertreten. Über strategische Kooperationen haben SMATRICS Kunden zusätzlich zum SMATRICS-Ladenetz auch Zugang zum Ladenetz von Partnern in Europa beispielsweise in Deutschland, Belgien, Slowenien, der Slowakei und den Niederlanden mit einer Karte.
 
Die Fahrerin eines blauen Elektroautos bei einer der SMATRICS Ultra-Schnellladestationen.
Eine Kaffeepause, eine Ladung und weiter geht´s. Möglich macht das das SMATRICS Ladenetzwerk. © VERBUND

Die Projekte im Detail
Im Rahmen des Projektes EVA+ verdichten wir Österreichs Netz an Schnellladestationen und bauen die Verbindung nach Italien auf. Im Projekt ultra-E werden bis Ende 2018 insgesamt 25 Ultra-Schnelllade-Stationen mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW installiert, davon 21 Standorte in Deutschland, Belgien und den Niederlanden sowie vier in Österreich. Die Ultra-Schnellladestationen werden in einem Abstand von etwa 120-150 km entlang von Hauptverkehrsrouten errichtet, von Amsterdam und Brüssel über München nach Wien und Graz. Die Gesamtlänge der damit abgedeckten Korridore beträgt mehr als 1.100 km. Damit können die neuesten E-Fahrzeuge in nur 5 Minuten für bis zu 100 km laden. Das Ultra-Schnellladenetz ist eine Ergänzung zum bestehenden Schnellladenetz, das SMATRICS österreichweit betreibt. 

Die Basis dafür wurde bereits in den vergangenen Jahren in verschiedenen E-Mobility Projekten wie Central European Green Corridors (CEGC) und Crossing Borders gelegt. So wurden im Rahmen von Crossing Borders 40 Hochleistungs-Ladestationen an der Westachse von Bratislava bis München installiert. Und im Zuge des CEGC Projektes wurden in einem Zeitraum von nur 12 Monaten 115 Schnellladestationen in Österreich, der Slowakei und Slowenien mit Anbindung an München und Zagreb errichtet und in Betrieb genommen, 65 mit jeweils 3 Ladepunkten davon durch SMATRICS in Österreich und Bayern. 

Nächster Meilenstein: Langstreckenmobilität bis ans schwarze Meer
Das jüngste Projekt Central European Ultra Charging (CEUC) zum Ausbau der Ladeinfrastruktur setzt den nächsten Meilenstein für Elektromobilität in Österreich und Zentraleuropa. Bis 2021 sollen mit fünf starken Partnern und mit Unterstützung der Europäischen Kommission (CEF Connecting Europe Facility) 118 Ultra-Schnellladestationen entlang von Hauptverkehrsrouten und an urbanen Knotenpunkten errichtet werden. Das Projekt CEUC wird gerade final aufgesetzt und soll mit Beginn 2019 in die Umsetzung starten.

Mehr Informationen: https://www.verbund.com/de-at/ueber-verbund/verantwortung/innovation

VERBUND bündelt seine E-Mobility Aktivitäten bei SMATRICS
2012 hat VERBUND gemeinsam mit SIEMENS das Joint-Venture „E-Mobility Provider Austria“ gegründet, das seit 2013 unter dem Markennamen SMATRICS E-Mobility Produkte und Services anbietet. Heute ist SMATRICS der größte E-Mobilitäts-Infrastrukturanbieter in Österreich mit einem flächendeckenden Netz an Schnelladeinfrastruktur in Österreich und  über die Grenzen hinaus. SMATRICS bietet schlüsselfertige Ladelösungen für Unternehmen, Ladenetz-Betreiber und Automobilhersteller. Seit 2017 ist auch die OMV mit 40 % an Österreichs führendem Komplettanbieter für E-Mobilität beteiligt. Neben den zwei größten Energieunternehmen Österreichs hält Siemens einen Anteil von 20 % an SMATRICS.

Mehr Informationen: http://smatrics.com

E-Mobility Projekte von VERBUND

CROSSING BORDERS wurde vom Klima- und Energiefonds der Bundesregierung im Rahmen des Programms "Leuchttürme der Elektromobilität" gefördert: https://www.crossingborders.cc/

CEGC wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Transeuropäischen Verkehrsnetz Programms kofinanziert: https://www.cegc-project.eu/

EVA+ ist ein von der Europäischen Kommission im Rahmen der Connecting Europe Facility (CEF) gefördertes Projekt. https://www.evaplus.eu/
ultra-E wird von der Europäischen Kommission im Rahmen der Connecting Europe Facility (CEF) gefördert. http://www.ultra-e.eu/

CEUC wurde im Rahmen des „2017 Transport Blending Call“ der Connecting Europe Facility zur Förderung ausgewählt.