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30. September 2019

Digital Workforce Management im Wasserkraftwerk

Per Digital Workforce Management wird die Instandhaltung in VERBUND-Wasserkraftwerken zukunftsfit gemacht. Projektleiter Achim Plonner über virtuelle Checklisten, die Arbeit mit Stift und Papier und Digitalisierung mit Hausverstand.

flow_Herr Plonner, wie würden Sie Digital Workforce Management einem Laien erklären?

Achim Plonner_Im Projekt stellen wir uns eine zentrale Frage: Wie lässt sich die Instandhaltung und die Arbeitsorganisation unserer Wasserkraftwerke bestmöglich digital unterstützen? Dazu erweitern wir unser bestehendes SAP-System und verbessern die organisatorischen Abläufe. Mit Oktober 2019 beginnen wir, dazu die ersten Softwareteile in allen unseren Kraftwerken zur Verfügung zu stellen.  Ziel ist es, Prozesse zu vereinheitlichen, digital abzubilden und so die Arbeit in den Kraftwerken ohne Medienbrüche einfacher zu gestalten. 

flow_Wie wird das das konkret in der Praxis aussehen?

Plonner_Im ersten Schritt profitieren Kolleginnen und Kollegen von unserem System, die in den Kraftwerken vor Ort tätig sind. Zum Beispiel bei der Bearbeitung von Instandhaltungsaufträgen: Basierend auf dem Arbeitsvorrat an Aufträgen können die Meisterinnen und Meister im Wasserkraftwerk künftig Arbeiten an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter EDV-gestützt direkt vergeben. Diese rufen ihre Arbeitsanweisungen einfach per Tablet ab. Ist die Aufgabe erledigt, drücken Sie auf den „Synchronisieren-Button“ und alle sind auf dem aktuellen Stand. Weitere Vorteile, wie die Runderneuerung der Software auf neue Technologien, sind ebenfalls mit dabei. 
Achim Plonner ist bei VERBUND Projektleiter für das Digtial Workforce Management.
Digital statt Papier

„Das Digital Workforce Management ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Arbeitszukunft. Damit vereinfachen wir die Prozesse und rüsten uns für den möglichen Einsatz von digitalen Methoden zur Erhöhung der Erzeugungssicherheit von Wasserkraftwerken bei VERBUND. Wir sehen uns den Status quo an und überlegen uns, wie wir das Programm auf ein technisch höheres Level bringen können.“

Achim Plonner, Projektleiter Digital Workforce Management

Laptop, Tablet und Co sind wichtig für die Digitalisierung bei VERBUND.
Convertible, Tough Book und RFID-Reader: Diese Tools stehen VERBUND-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern im Digital Workforce Management zur Verfügung
flow_Welche nächsten Schritte sind geplant?

Plonner_Für das nächste Jahr stehen bereits einige Schwerpunkte an. Ziel ist, auch die verschiedenen Fachabteilungen – wie Elektrotechnik, Bau- und Niederdruck oder Maschinenbau – mit dem neuen System auszurüsten. Wie das genau passieren wird, schauen wir uns gerade im Detail an. Ein digitales Werkzeug zu erstellen, das für alle passt, ist generell mit viel Arbeit verbunden. Aber unser Projekt verläuft sehr gut. Denn wir arbeiten mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen. Und dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken, weil sie trotz des ständig steigenden Arbeitsaufwandes im tagtäglichen Geschäft bereit sind, für die neuen Methoden Zeit zu finden.

flow_Mit Projekten wie dem „Digitalen Wasserkraftwerk“ im steirischen Rabenstein treibt VERBUND die Energiezukunft voran. Welche Rolle kann das Digital Workforce Management künftig spielen?

Plonner_Unser Projekt ist sozusagen der Wegbereiter für das „Digitale Wasserkraftwerk“, das mittels neuester Technologie mehr Effizienz und Sicherheit in der Stromversorgung bringen wird. Wir machen damit unser System – aber auch unsere Kolleginnen und Kollegen – fit für die digitale Energiezukunft. Mein Verständnis von Digitalisierung ist, dass sie immer den Menschen unterstützen soll. Das nenne ich „Digitalisierung mit Hausverstand“. 

flow_Vielen Dank für das Gespräch!

Zur Person 
Diplomwirtschaftsingenieur Achim Plonner startete 2015 seine Karriere bei VERBUND. Zuvor im SAP-Basis-Bereich tätig, übernahm er im Februar 2019 die Leitung im Projekt Digital Workforce Management. Der 47-Jährige absolvierte das Kolleg für EDV und Organisation in der Spengergasse, studierte Wirtschaftsingenieurwesen und lebt mit seiner Familie in Neunkirchen in Niederösterreich.

Dieser Beitrag ist Teil der Serie „LET´S TALK – Expertinnen und Experten von VERBUND im Gespräch“. Weitere Beiträge findet ihr in den kommenden Wochen im flow-Blog.

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Fotos: © Aaron Plonner