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Schmutzarbeit, die Fingerspitzengefühl erfordert- und starke Nerven: VERBUND-Taucher erkunden die Kraftwerke unter Wasser. Sie inspizieren, überwachen und reinigen zumeist ohne Sicht im eiskalten Wasser. Wir haben einen Taucher-Einsatz beim Donaukraftwerk Jochenstein begleitet.

 

Schwimmkran ankert in der Donau
Ein ungewöhnlich freundlicher Herbsttag beim Donaukraftwerk Jochenstein. Im prachtvollen Oktober-Licht dümpelt das Kranschiff „Jochenstein“ träge unterhalb des gleichnamigen Grenzkraftwerkes auf der Donau. Es wird heute nicht zum Einsatz kommen, denn der heutige Tag gehört den Tauchern der VERBUND-Tochterfirma Lestin. Ihre Aufgabe ist es, den Boden für der Turbine Nr.5 vorzubereiten. Damit das Laufrad trockengelegt und inspiziert werden kann, müssen tonnenschwere Dammbalken vor dem Turbineneinlauf gestapelt werden. Damit diese Balken dicht sitzen, werden Taucher den Boden säubern.
Zwei Mitarbeiter helfen dem Tauche rbeim Anlegen seiner Ausrüstung
Thomas Vondal und seine Taucher-Kollegen haben heute einen schwere Tag vor sich. Die Maschine Nr. 5 ist am Rand des Kraftwerks. Dort sammelt sich besonders viel Sand, Geröll und Holz an. 18 Meter unter Wasser müssen sie den Boden säubern. Die Sicht ist noch ausgezeichnet. „Ein halber bis ein dreiviertel Meter Sicht bedeutet für uns außergewöhnlich gute Sicht“ erzählt der Berufstaucher. Mit der guten Sicht ist es aber bald vorbei, wenn der Taucher den Schlamm räumt und sich durch den Dreck wühlt. Mit einer Spritze und mit der Hand räumt er den angesammelten Dreck unter Wasser weg. Bis zu einer Stunde darf der Taucher in dieser Tiefe arbeiten, dann muss er abgelöst werden.
Mitarbeiter mit Sprechfunk blickt auf Monitor der Tauchstation
Das Taucher-Team besteht aus vier Personen, die einander abwechseln. Ein Mann leitet den Einsatz, einer steht als Rettungstaucher für Notfälle parat, ein Kollege unterstützt an der Leine und ein Teammitglied ist abgestellt für die Überwachung des Tauchers und die Kommunikation. Tiefenmesser und Zeitanzeige wird von oben überwacht. Die „Nabelschnur“ ist massiv und knickfest: der Taucher kann sich so unmöglich selbst die Luft abknicken. Für den Notfall hat der Taucher seine eigene Pressluftflasche dabei. 
Zwei Mitarbeiter hantieren an einem Kabelstrang
An einem Tag sind die geschätzten drei Meter Sand und Schotter nicht zu räumen. Die Arbeit unter Wasser erfordert Konzentration und Ruhe. Sicherheit hat Vorrang, denn es gibt praktisch keine gefährlichere Umgebung in der Arbeitswelt als das Tauchen. „Wir lassen uns Zeit und arbeiten sorgfältig. Unsere Stärke ist, dass wir uns im Team aufeinander bedingungslos verlassen können“, so Thomas Vondal.
Kraftwerk Jochenstein

Taucher im Einsatz in Jochenstein