Laufkraftwerk Gunggl

Das VERBUND-Kraftwerk Gunggl ist ein Laufkraftwerk am Gungglbach und in der Gemeinde Gnadenwald in Tirol gelegen.

Technische Beschreibung 

Das Kraftwerk Gunggl wurde von 1986 bis 1990 erbaut. Nach einigen Probeläufen, zeigten sich kleine Risse in der Druckwasserleitung, welche durch die hohe Energie des Wassers entstanden. Um diesen vorzubeugen, wurde ein Druckminderer zur Energievernichtung eingebaut. Eine Francis-Spiralturbine und eine Spiralgehäusepumpe erzeugen zusammen eine durchschnittliche Jahresleistung von etwa 7 GWh. 

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Hydro Power GmbH
Betreiber: VERBUND Hydro Power GmbH
Inbetriebnahme: 1992
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Österreich, Tirol
Gewässer: Gungglbach
Leistung: 4 MW
Jahreserzeugung: 7.286 MWh
Turbinen: Francis (2)
Fischwanderhilfen:                      nein

Weitere Informationen

In den 1980er-Jahren stellten die Planer der Tauernkraftwerke AG Überlegungen an, den Höhenunterschied, den das Wasser der Gunggl-Bachfassung bis zum Verbindungsstollen zum Stilupp-Speicher zurücklegt, in einer Zwischenkraftwerksstufe abzuarbeiten.

Die Vorarbeiten zum Ausbruch der Kraftwerks-Kaverne begannen 1986, der eigentliche Bau des Kraftwerks unter der Firma Universale Bau erst drei Jahre später, sodass 1990 die Anlage in Betrieb gehen konnte. 

Nach Fertigstellung der maschinellen Einrichtung und der Durchführung von Probeläufen zeigten sich Risse in der Druckwasserleitung, die durch die Energie des einströmenden Wassers in Verbindung mit Lufteinschlüssen hervorgerufen wurden. 

Um dieses Problem zu beheben, wurde parallel zu den zwei Turbinen ein Druckminderer zur Energievernichtung eingebaut, der es ermöglicht, den Durchfluss zu variieren und somit auf die unterschiedlich hohen Zuflussmengen aus der Gunggl-Bachfassung zu reagieren.

Planung: Hr. Holik (Planungsstab der Tauernkraftwerke AG). Ausführung Zugangsstollen und Kaverne: Universale Bau

Das Kavernenkraftwerk Gunggl liegt südlich des Zemmgrunds im Inneren des Berges, unterhalb des Ausganges des Gunggl-Tales. Der Zugang erfolgt durch einen etwa 300 m langen horizontalen Stollen vom Zemmgrund aus. Das Kraftwerk selbst besteht aus einem einzigen Raum, der aus dem Fels geschlagen wurde und in dem sich die zwei Maschinensätze mit unterschiedlichen Leistungen, die Kugelschieber und der nachträglich eingebaute Druckminderer befinden. Eine Warte wurde am ausgangseitigen Ende der Kaverne abgetrennt und ist vom Zugangsstollen aus direkt begehbar.

Das Triebwasser für das Kraftwerk wird in einer Höhe von 1.320 m vom Gunggl-Bach gefasst, entsandet und in einen Pufferspeicher geleitet. Von dort führt ein rund 200 m langen Lotschacht in die Kraftwerks-Kaverne. Nach der Energieerzeugung fließt das Wasser in einen Triebwasserstollen, der im Pumpbetrieb den Speicher Stillupp und im Kraftwerksbetrieb das Werk Roßhag versorgt.

Die gewonnen Energie wird für den Eigenbedarf der Speicherkraftwerke Zemm-Ziller (Häusling, Roßhag, Mayrhofen, Bösdornau und Tuxbach) verwendet.

Die Kaverne wurde aus dem massiven Felsen gebrochen, wobei sich das Profil des einspurigen gefrästen Zufahrtsstollens im Werksbereich aufweitet. Die Innenraumluft muss wegen der hohen Luftfeuchtigkeit permanent entfeuchtet werden. An der Decke der Maschinenhalle befindet sich eine flächendeckende Plane als Tropfschutz mit Entwässerung nach außen, in der Warte wurden Trapezbleche an der Decke montiert. Die Wände sind vorwiegend roher Fels, lediglich für die Zwischenwände wurde geschalter Ortbeton verwendet. Die Felsoberfläche im Bereich der Warte wurde mit Spritzbeton gesichert und wie die anderen Wände des Raumes weiß gestrichen.
Aufgrund der starken jahreszeitlichen Schwankungen des Wasserzuflusses wurden zwei unterschiedliche Maschinensätze eingebaut: eine Francis-Spiralturbine mit horizontaler Welle von Andritz Escher Wyss (Baujahr 1990) gekoppelt mit einem Generator von Asea Brown Boveri Strömberg Drives und einer Nennleistung von 3.100 kW sowie einer Spiralgehäusepumpe im Turbinenbetrieb mit horizontaler Welle von der Firma Sulzer Weise ebenfalls gekoppelt mit einem Generator von Asea Brown Boveri und einer Nennleistung von 900 kW.

Die elektrische Einrichtung der Warte stammt von Andritz Sulzer Escher Wyss, der Hallenkran mit fünf bzw. 12,5 t Nutzlast von der Firma Kone.