Laufkraftwerk Hieflau-Erzbach

Das VERBUND-Kraftwerk Hieflau-Erzbach ist ein Laufkraftwerk am Erzbach und in der Gemeinde Hieflau in der Steiermark gelegen. Es wurde von 1953 bis 1956 durch die Steirische Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG erbaut.

Das Kraftwerk Hieflau-Erzbach wurde gleichzeitig mit dem benachbarten Kraftwerk Hieflau errichtet. 
Nach dem Beginn der Bauarbeiten im Jahr 1953 wurde bis April 1954 ein Geschiebekanal errichtet und der Erzbach umgeleitet. Im Mai begann der Aushub für die Krafthaus-Baugrube, im September wurde mit den Betonierarbeiten begonnen. Die Inbetriebnahme der Maschine Hieflau-Erzbach, die intern als Maschine IV des Kraftwerks Hieflau geführt wird, fand im Jänner 1956 statt. Sie diente ursprünglich zur Eigenbedarfsversorgung.
Heute speist das Kleinkraftwerk die erzeugte Energie in das 30 kV-Netz der STEWEAG ein. Im Jahr 1989 erfolgte ein Generatortausch, 1997 die Erneuerung des Geschiebekanals und der Einbau eines neuen Hydraulikschützes. Eine weitere Sanierung des Geschiebekanals war 2002 erforderlich. 2005 musste die Rechenreinigungsanlage, die 1982 eingebaut worden war, erneuert werden. Die Erweiterung der Wehranlage um eine Geschwemselklappe am linken Rand des Holzwehrs erfolgte 2006.

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Hydro Power GmbH
Betreiber: VERBUND Hydro Power GmbH
Inbetriebnahme: 1956
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Österreich, Steiermark
Gewässer: Erzbach
Leistung: 1 MW
Jahreserzeugung: 1.032 MWh
Turbinen: Kaplan
Fischwanderhilfen:                      in Planung

Weitere Informationen

Architektur: Fritz Haas
Planung: Planungsabteilung der STEWEAG, Mitarbeit Hermann Grengg.
Ausführung: Erzbach-Wehr und Geschiebekanal: Beyer & Co.
 
Das Kraftwerk Hieflau-Erzbach befindet sich im Krafthaus-Areal des Kraftwerkes Hieflau an der Mündung des Erzbachs in die Enns. Es besteht aus dem unterirdischen, rechtwinklig zum Untergeschoß des Krafthauses Hieflau angebauten Maschinenraum und der Wehranlage im Erzbach.

Maschinenraum:
Der unter dem umgebenden Niveau befindliche Maschinenraum wird über das Untergeschoß des Kraftwerks Hieflau betreten. Er schließt im rechten Winkel östlich an das Krafthaus an. Derauf rechteckigem Grundriss errichtete Raum wird von glatten Sichtbetonmauern mit vorkragenden Kranbahn-Konsolen und einer Beton-Balkendecke begrenzt und von senkrecht an den Mauern montierten Leuchtstoff-Röhren beleuchtet. Auf Betonsockeln lagern zwei Maschinensätze, von denen nur einer in Betrieb ist. Ein Stiegenaufgang an der Nordseite führt zur Unterwasser-Plattform des Kraftwerks Hieflau.

Wehranlage:
Im Bett des Erzbachs, der an der Ostseite des Kraftwerks vorbeifließt, errichtete man eine Wehrschwelle mit Überfallmauer, die schräg zur Fließrichtung des Erzbachs liegt und das 6 m hohe Gefälle nutzt. Nachträglich erhöhte man die Schwelle durch eine Holzbedielung um etwa 80 cm. Ein Geschiebekanal sorgt für den direkten Abtransport des Schotters und des größten Teiles der Wasserführung in die Enns. Über das Absturzbauwerk der Überfallmauer können Hochwässer in den Unterwasserkanal des Kraftwerks Hieflau abfließen.
Maschinenraum:
Die aus Ortbeton bestehenden Mauern sind glatt verputzt und gestrichen, auch die Betonbalken-Decke erhielt einen Anstrich. Der Boden ist mit einem Belag aus Fliesen ausgestattet, der Stiegenaufgang ist als Betonkonstruktion ausgeführt.

Wehr:
Die Wehrschwelle besteht aus Stahlbeton mit einer aus Holzdielen gefertigten Erhöhung.
 
Turbinen und Generatoren:
In der Maschinenhalle befindet sich eine Kaplan-Turbine, hergestellt von Voith, St. Pölten in Kooperation mit Storek, Brünn. Mit ihrem vierflügeligen, 1,125 m großen Laufrad weist die Turbine bei einer Schluckfähigkeit von 5 m³/sec. einen Nennleistung von 300 kW auf. Der anschließende 300 kVA-Drehstromgenerator von der ELIN Union weist eine Nennspannung von 400 V auf.

Transformatoren:
Die gewonnene Energie wird über einen 400 kVA-Maschinentransformator von der Elin Union (Baujahr 2006) auf 30 kV hochgespannt und in das Regionalnetz der STEWEAG eingespeist.

Wehranlage:
Der Erzbach wird vor dem Krafthaus Hieflau mit einem Holzwehr 6 m aufgestaut und das Wasser zur Turbine geleitet. Für die Abfuhr des Geschiebes steht ein eigener Geschiebekanal am Fuß des Wehrs bereit, der parallel zum Unterwasser zur Enns führt. Die Treibgutabfuhr besorgt eine 2006 eingebaute Geschwemselklappe.

Hubwerke:
Eine Deckenlaufkatze mit einem montierbaren Elektrozug bestreicht die Maschinenhalle.

Rechenreinigung:
Bis 1982 erfolgte die Reinigung manuell durch Mitarbeiter des Werks. 1982 wurde schließlich eine Rechenreinigungsanlage mit einem Schlitten mit Putzharke montiert. 2005 erfolgte eine Revision der Anlage.