Speicherkraftwerk Pack

Das VERBUND-Kraftwerk Pack ist ein Speicherkraftwerk und östlich der Ortschaft Pack in der Steiermark gelegen. Es wurde von 1929 bis 1931 erbaut.

Technische Beschreibung

Das Kraftwerk Pack ist ein Tagesspeicher mit 800 kW Engpassleistung. Im Krafthaus ist ein vertikaler Maschinensatz bestehend aus einer Francis-Spiralturbine und einem Synchrongenerator installiert. 

Das Stauziel des Speichers Pack mit einem Nutzinhalt von 5,4 Mio. m3 liegt auf Höhe 867,7 m. Der Speicher wird durch eine 33,2 m hohe Gewichtsmauer abgeschlossen.

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Hydro Power GmbH
Betreiber: VERBUND Hydro Power GmbH                                 
Inbetriebnahme: 1931
Typ:  Speicherkraft
Region: Österreich, Steiermark
Gewässer: Packbach
Leistung: 0,8 MW
Jahreserzeugung: 2.018,5 MWh
Turbinen: Francis
Fischwanderhilfen:                      nein

Detailinformationen zu Geschichte, Bau und Technik

Der Speicher Pack mit angeschlossenem Krafthaus wurde von der Steirischen Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (STEWEAG) nach den Werken Arnstein und Teigitschmühle als dritte Stufe der Teigitsch-Werke errichtet.
 Die zuständige Behörde erteilte die wasserrechtliche Bewilligung am 24. April 1929.
 Nach nur zweijähriger Bauzeit ging die Anlage mit einem Maschinensatz mit einer Leistung von 610 kW im November 1931 in Betrieb. Die Ableitung der Elektrizität erfolgte über eine neu errichtete, 5,5 km lange 20 kV-Leitung zum Kraftwerk Arnstein. Die Benützungsbewilligung konnte am 1. Februar 1932 erteilt werden.
 
Im August 1978 wurden Untersuchungen zur Standsicherheit der Sperre vorgenommen. Daran anschließend erfolgten Testbohrungen und Beton-Güteprüfungen im Jahre 1982. Die Ergebnisse zeigten, dass eine umfangreiche Sanierung des Bauwerks notwendig war. Ab Juni 1983 wurde auf der Wasserseite der Sperre ein frostsicherer Vorbetons aufgebracht, unter dem ein neuer Drainagegang sowie ein Injektionsschirm Platz fanden. Eine neue Fahrbahn wurde über der Sperrenkrone betoniert sowie der luftseitige Sperrenfuss und die seitlichen Talflanken gesichert. 1984 erfolgte die Erneuerung des Laufrades, womit eine Leistungserhöhung auf 800 kW einherging. Im März und April 1985 fanden Sanierungsarbeiten am Tosbecken statt, sodass im Sommer des Jahres die Arbeiten abgeschlossen werden konnten.
 
1988 wurde durch die Belgische Firma Pauwels Trafo der Maschinentransformator des Werks erneuert. Die Automatisierung und der Umbau des Werks auf Fernsteuerung erfolgte 1996. 
Architektur und Planung: Planungsabteilung der STEWEAG, unter Mitarbeit von Hermann Grengg
 
Im Teigitschgebiet in der Weststeiermark liegt östlich des Dorfes Pack das Speicherkraftwerk Pack.

Die Zufahrt zum Krafthaus Pack erfolgt über die von der Südautobahn nach Norden abzweigende Straße zwischen Modriach und Stampl, die am nordöstlichen Ufer des Packer Stausees entlangführt. Von der Uferstraße erreicht man über eine Abfahrt das Krafthaus am Sperrenfuß.

Das Krafthaus ist im rechten Winkel an die Schräge der Sperrenmauer Pack angebaut. An seiner westlichen Längsseite fließt das Unterwasser in das von einem Holzsteg überquerte Tosbecken. Auf rechteckigem Grundriss mit einer Fläche von 13/7,3 m errichtet, ist das Krafthaus von einem flachen Walmdach gedeckt. Die glatten, mit Rieselwurf verputzten Außenflächen sind mit einem gekehlten Gesims abgeschlossen. An der westlichen Längsseite sind unterhalb der Traufe fünf querrechteckige Fensteröffnungen mit Sprossenkreuz angeordnet. In der Mitte der nördlichen Stirnwand ist ein leicht aus der Mauerflucht vorragender, breiter Wandstreifen vorgelagert, der in einem hochrechteckigen Feld die Lüftungsjalousien für den darunter situierten Transformator enthält. Weitere hochrechteckige Lüftungsöffnungen sind an der östlichen Längsfassade angeordnet, wo sich auch das Eingangstor befindet.

Der Zugang zum Maschinenraum erfolgt durch ein zweiflügeliges, mit einem Vordach geschütztes Tor. Die glatten Innenmauern tragen die Kranbahnkonsolen, darüber stützt ein schmäleres Mauerband die Dachkonstruktion. Eine flache Holzdecke bildet den Abschluss des Maschinenraumes, in dessen nördlichem Teil das Generatorgehäuse des vertikal eingebauten Maschinensatzes hoch aufragt. An der nördlichen Stirnseite sind die Steuerschränke und die Tür zu den Nebenräumen mit Werkstätte und Lager angeordnet. An der östlichen Längsseite ist das Notstrom-Aggregat situiert.

Entlang der westlichen Längsseite führt ein auf einem Rundbogen gelagerter Stiegenabgang ins Untergeschoß, in dem sich an der südlichen Stirnwand der Zugang zum Kontrollgang der Sperre, sowie die von Süden kommende Druckrohrleitung, die Turbine und der Grundablass-Schieber befinden. Im nördlichen Teil ist die Transformatornische und ein Waschraum situiert, der an der östlichen Außenmauer ein kleines Rundfenster mit Außengitter besitzt. Montagedeckel im Boden der Maschinenhalle ermöglichen Transporte zwischen Erdgeschoß und Untergeschoß.
Unterkonstruktion und Hochbau bestehen aus Stahl(Eisen-)beton, dessen Außenansichten mit Rieselwurf verputzt sind. Als Dachdeckung kamen Faserzement-Schindeln zum Einsatz. Die einfach verglasten Fenster des Maschinenraumes besitzen Stahlrahmen, das Eingangstor besteht aus Stahlblech. Die Wände im Inneren wurden geschlämmt, der Maschinenraum wird von einer flachen Holzdecke abgeschlossen, der aus Beton gefertigte Stiegenabgang ist von einem Stahlrohrgeländer gesichert. Im gestrichenen Betonestrich des Maschinenraumes sind Montagedeckel aus Stahlblech eingelassen, der Boden des Untergeschoßes wird zum Teil aus Stahlgitter-Rosten gebildet.
 
Turbinen und Generatoren:

Maschinell ist das Kleinkraftwerk mit einer Francis-Turbine mit vertikaler Welle und 745 kW Nennleistung ausgestattet, geliefert 1931 von der Maschinenfabrik Andritz bei Graz. Das Laufrad besitzt einen Durchmesser von 0,805 m und kann mit 600 U/min. eine Wassermenge von 3 m³/sec. abarbeiten. Der direkt gekuppelte 900 kVA-Drehstrom-Synchrongenerator von der Elin Union besitzt eine Nennspannung von 5,52 kV. Andritz aus Graz lieferte den Turbinenregler, Dorninger die Hydrauliksteuerung.

Transformatoren:

Die erzeugte Energie wird mittels eines 800 kVA-Maschinentransformators des Belgischen Herstellers Pauwels Trafo auf 20 kV hochgespannt und über eine Freileitung zur Schaltanlage des Kraftwerks Arnstein abgeleitet.

Hubwerke:

Die Maschinenhalle wird von einem Brückenkran von der Maschinenfabrik Anditz bestrichen. Er verfügt über ein Hubwerk zu 7 t.