Laufkraftwerk St. Veit

Das Laufkraftwerk St. Veit ist ein Laufkraftwerk an der Salzach und in der Gemeinde St. Veit im Pongau in Salzburg gelegen.

Technische Beschreibung 

Das Kraftwerk St. Veit wurde zwischen 1986 und 1989 erbaut. Das Hauptbauwerk des Kraftwerkes St. Veit besteht aus der 3-feldrigen Wehranlage und dem daran anschließenden Krafthaus. Jedes Wehrfeld erhielt als Betriebsverschluss ein Segmentschütz mit aufgesetzter Klappe. Das Krafthaus wurde mit zwei Rohrturbinen-Sätzen mit horizontaler Welle und einem Drehstrom-Synchrongenerator ausgerüstet, wobei die Engpassleistung in Summe rund 16.500 kW beträgt. Jährlich erzeugt das Kraftwerk St. Veit rund 60 GWh Strom. Des Weiteren ist auch eine Fischaufstiegshilfe vorhanden.

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Hydro Power GmbH
Betreiber: VERBUND Hydro Power GmbH
Inbetriebnahme: 1989
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Österreich, Salzburg
Gewässer: Salzach
Leistung: 16,5 MW
Jahreserzeugung: 60.022 MWh
Turbinen: Kaplan (2)
Fischwanderhilfen:                      ja

Detailinformationen zu Geschichte, Bau und Technik

Das Hauptbauwerk mit Wehrfeldern und Krafthaus wurde in Trockenbauweise in einer Baugrube neben dem ursprünglichen Salzachbett errichtet. Als Baumaterial für Wehranlage und Krafthaus kam überwiegend Stahlbeton zum Einsatz. Die Decke der Maschinenhalle ist als Platten-Balkenkonstruktion aus Beton-Fertigteilen hergestellt, die Dachkante des Krafthauses wurde mit Platten aus eloxiertem Aluminium verkleidet, das Einfahrtstor ist aus Stahlblech hergestellt. Der Boden und ein Teil der Stirnseiten der Halle sind mit rötlichen Klinkern belegt. Die Stiegen sind mit Terrazzobelag und einem Metallrohr-Geländer ausgestattet. Die Wehrbrücke ist asphaltiert und besitzt ein Geländer mit Vierkant-Stahlstäben.

Architektur: Konrad Aufhammer
Planungsstab der Tauernkraftwerke AG: Kurt Rienößl, Peter Schnelle (Chef Niederdruck-Anlagen), sowie Günther Heigerth (TU Graz, Experte für Hydraulik)
Ausführung: ARGE Mittlere Salzach (Federführung Baufirma Hinteregger, Alpine, Porr, Strabag)

In der Maschinenhalle befinden sich zwei horizontal eingebaute Maschinensätze mit einer Nennleistung von insgesamt 16.500 kW. Sie bestehen aus je einer Kaplan-Rohrturbine der Firma VÖEST mit einer Nennleistung von 8.750 kW und einem Drehstrom-Synchrongenerator der Firma Brown Boveri Cie. (BBC) mit einer Nennleistung von 9.500 kVA. Der Hallenkran der Firma Liebherr aus dem Jahr 1987 ist für eine Last von 80 t ausgelegt.

Im Untergeschoß sorgt ein Dieselaggregat für die Bereitstellung von Notstrom. Für die auszuleitenden Gewässer wurde eine Mineralöl-Scheideanlage eingebaut. Die automatische Steuerung der Anlage erfolgt durch elektromagnetische Regler der Firma VÖEST Alpine aus dem Jahr 1988.

Die Verschlüsse der Wehrfelder sind als Drucksegmentschütze mit aufgesetzten Klappen ausgeführt, die von Hydraulik-Aggregaten der VÖEST Alpine gesteuert werden. Die Rechenanlage stammt von der Maschinenfabrik Voith.

Die Gestaltung des Kraftwerks St. Veit ist mit jener der Gemeinschaftskraftwerke an der Salzach, insbesondere Bischofshofen und Urreiting, sehr verwandt. Auch die Innenräume der kurz darauf entstandenen Stufe Wallnerau-Salzach weisen große Ähnlichkeiten auf. Konrad Aufhammer wählt den zu dieser Zeit beim Kraftwerksbau üblichen Weg, das Gebäude des Krafthauses durch Niedrigbauweise und Begrünung dem Blick zu entziehen. Markant ist jedoch die Verkleidung der Attikazone mit eloxierten Aluminiumtafeln.

Querschnitte des Kraftwerks:

VERBUND-Kraftwerk Sankt Veit Querschnitt Krafthaus
Querschnitt: Kraftwerk St. Veit Krafthaus
VERBUND-Kraftwerk Sankt Veit Querschnitt Wehr
Querschnitt: Kraftwerk St. Veit Wehr