Laufkraftwerk Tuxbach

Das VERBUND-Kraftwerk Tuxbach ist ein Laufkraftwerk am Tuxbach und im Gemeindegebiet von Finkenberg im Ortsteil Dornau in Tirol gelegen.

Technische Beschreibung

Das Laufkraftwerk Tuxbach wurde zwischen 1928 und 1930 errichtet. Da der Tuxbach aus geologischen Gründen etwa 20 m höher als der Zemmbach gefasst werden musste, wird diese Gefälledifferenz im Kraftwerk Tuxbach mit einer Francis-Turbine genutzt. Diese erzeugt jährlich rund 2,5 GWh Strom.  

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Hydro Power GmbH
Betreiber: VERBUND Hydro Power GmbH
Inbetriebnahme: 1930
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Österreich, Tirol
Gewässer: Tuxbach
Leistung: 0.4 MW
Jahreserzeugung: 2,439 MWh
Turbinen: Francis
Fischwanderhilfen:                      nein

Detailinformationen zu Geschichte, Bau und Technik

Das Laufkraftwerk Tuxbach liegt im Gemeindegebiet von Finkenberg im Ortsteil Dornau, an einem Hang etwa 800 m südwestlich des Kraftwerks Bösdornau. Das Ensemble besteht aus dem Krafthaus, dem 45 m langen offen verlegten Druckrohr von der Tuxbachfassung, den Zuleitungen von Tux- und Zemmbach sowie der Entsandungsanlage mit dem Ausgleichsbecken Großdornau.

Der schlichte Baukörper des Krafthauses am Rande des Ausgleichsbeckens liegt inmitten einer Alm und deutet auf den ersten Blick nicht auf ein Krafthaus hin. Ein braun gestrichener Sockel und ein grünlich schimmerndes Walmdach spiegeln die in der Umgebung vorkommenden Farben wider und gliedern sich dadurch gut in das Umfeld ein. Die Fassaden sind durch rechteckige Fenster und stellenweise dunkelbraune Gesimse stark horizontal gegliedert. Der Schaltraum ist in die Gebäudestruktur integriert und von außen nur durch die geänderte Fensterteilung an der Ostseite erkennbar. Die Teilung der Westfassade hingegen bleibt regelmäßig und symmetrisch.

Der Maschinenraum besitzt auf beiden Längsseiten je drei Fensterachsen mit je zwei übereinander liegenden längsrechteckigen Fenstern mit kreuzförmiger Sprossenteilung. Das Kellergeschoß ist dunkelbraun, das Erdgeschoß hellbeige gestrichen.

Im Inneren befinden sich zwei Räume: der größere Maschinenraum und der angrenzende kleinere Schaltraum mit einer 25 kV-Schaltanlage. Die materialtechnische Gestaltung der Räume ist ident mit dem "Mutterkraftwerk" Bösdornau: kleine, horizontal-rechteckige Fenster mit Sprossenkreuz, Schachbrettfliesen und über dem orange-farbenen Brückenkran eine holzvertäfelte Decke.

Im Südosten an das Gebäude anschließend befindet sich die Entsandungsanlage für das Ausgleichsbecken Großdornau. Dieses wird durch die Zuleitungen von Tux- und Zemmbach sowie durch das Unterwasser der Turbine im Krafthaus gespeist und dient als Speicher für das darunterliegende Kraftwerk Bösdornau.
 
Planung: Zivilingenieure Innerebner & Mayer. 
Ausführung: ARGE Zillertaler Kraftwerke (Ziviling. Innerebner & Mayer, Allgem. Österr. Baugesellschaft A. Porr AG, Union-Baugesellschaft).
 
Das Krafthaus ist als Ziegel-Massivbau errichtet und steht auf einem Kellergeschoß aus wasserdichten Ortbetonwänden. Der Bau besitzt ein flaches Walmdach mit einer Blechdeckung, die bereits eine grünlich-schimmernde Patina angesetzt hat.

Der Boden im Maschinenraum ist analog zu Bösdornau schachbrettartig schwarz-weiss mit kleinen, quadratischen Natursteinfliesen ausgelegt. Die Wände sind weiß gestrichen, die Decke mit Nut-und-Feder-Brettern vertäfelt.

Für die Türen wurde Stahl verwendet, wobei die doppelflügelige Eingangstüre Glasfüllungen im oberen Bereich besitzt. Die Fenster sind seit einem Tausch aus Kunststoff. 
Die zwei Zwillings-Francis-Turbinen sind noch im Original erhalten und Erzeugnisse von J.M. Voith in St. Pölten. Der 2 t-Hallenkran wurde 1981 eingebaut und ist eine Eigenerzeugung der Tauernkraftwerke AG
Das Kleinkraftwerk Tuxbach wurde gemeinsam mit dem darunter liegenden Werk Bösdornau errichtet und ist als Oberstufe untrennbar mit diesem verbunden. Sowohl für die Innenausstattung als auch für die Fassaden wurden die gleichen Materialien und Gestaltungselemente verwendet und sind vollständig im Original erhalten. Die Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel für den Kraftwerksbau der späten 1920er-Jahre in Tirol dar und ist auch das kleinste Verbund-Kraftwerk des Bundeslandes.