Laufkraftwerk Wallnerau Salzachstufe

Das VERBUND-Kraftwerk Wallnerau Salzachstufe ist ein Laufkraftwerk an der Salzach und südöstlich von Schwarzach in Salzburg gelegen.

Technische Beschreibung

Das Laufkraftwerk Wallnerau Salzachstufe wurde zwischen 1987 und 1990 errichtet. Da der Rückstauraum in einer Einschnittstrecke der Salzach liegt, konnte die Anlage von Dammbauten entfallen. Lediglich am rechten Ufer waren leichte Geländeanhebungen notwendig. Die beiden Maschinensätze des Kraftwerks bestehen jeweils aus einer horizontal eingebauten Kaplan-Rohrturbine und einem direkt gekoppeltem Drehstrom-Synchrongenerator – jährlich werden so rund 41 GWh Strom erzeugt. Des Weiteren ist eine Fischaufstiegshilfe vorhanden.

 

Auf einen Blick:

 Eigentümer: VERBUND Hydro Power GmbH 
 Betreiber. VERBUND Hydro Power GmbH
 Inbetriebnahme:  1990
 Typ: Laufkraft
 Region: Österreich, Salzburg
 Gewässer: Salzach
 Leistung: 13 MW
 Jahreserzeugung: 40.857 MWh
 Turbinen: Kaplan (2)
 Fischwanderhilfen: ja

Weiterführende Informationen:

Das Kraftwerk Wallnerau-Salzach wurde in den Jahren 1987 bis 1990 von der Tauernkraftwerke AG gleichzeitig mit dem Kraftwerk Wallnerau-Unterwasser errichtet. Obwohl es sich um zwei verschiedene Kraftwerke handelt, versah man die Maschinensätze der beiden Kraftwerke mit einer durchgehenden Nummerierung. So erhielten die beiden Maschinensätze des Kraftwerks Wallnerau-Salzach die Bezeichnungen "I" und "II", und die Maschinensätze von Wallnerau-Unterwasser die Bezeichnungen "III", "IV" und "V". Das Kraftwerk Wallnerau-Salzach nutzt die ab der Wehranlage Högmoos zur Verfügung stehende Wassermenge der Salzach.

Im Frühjahr 1987 begann man mit der Umschließung der Baugruben für die Kraftwerke Wallnerau-Salzach und Wallnerau-Unterwasser. Das unerwartete Auftreten von Feinsanden im Untergrund erforderte eine Entwässerung mit Pumpen. Mit Lastplatten-Versuchen testete man die Tragfähigkeit des Grundes, bevor die Arbeiten fortgesetzt wurden. Die Betonierung des Krafthaus-Hochbaues waren im Juli 1988 im Gang, gleichzeitig schritt auch die Betonierung der Wehrpfeiler voran, die im Oktober 1988 zum Großteil abgeschlossen war. Bis zum August 1989 erfolgte die Betonierung der Kraftwerksbrücke."Maschine I" wurde am 2. Oktober 1989 in Betrieb genommen, "Maschine II" am 9. Jänner 1990.

Da der Rückstauraum in einer Einschnittstrecke der Salzach liegt, konnte die Anlage von Dammbauten entfallen. Lediglich am rechten Ufer waren leichte Geländeanhebungen notwendig.

Als erste Anlage der Austrian Hydro Power-AG (AHP) wurde das Kraftwerk Wallnerau per 31.12.2001 nach dem Renewable Energy Certificate System (RECS) zertifiziert.

Architektur: Konrad Aufhammer
Planungsstab der Tauernkraftwerke AG: Kurt Rienößl, Peter Schnelle (Chef Niederdruck-Anlagen), Hydraulik: Günther Heigerth, TU Graz. Bauleitung Harald Tafatsch
Ausführung: ARGE Mittlere Salzach (Federführung Baufirma Hinteregger, Alpine, Porr, Strabag)

Das Kraftwerk Wallnerau-Salzach liegt unmittelbar östlich des Kraftwerks Schwarzach und südöstlich der Ortschaft Schwarzach. Es ist ist über eine am linken Flussufer entlangführende Straße, sowie vom Kraftwerk Schwarzach aus erreichbar.

Das Kraftwerk erstreckt sich senkrecht zur Flussachse zwischen dem linken Salzach-Ufer und einer vom rechten Flussufer beim Kraftwerk Schwarzach ausgehenden Landzunge. Es besteht aus dem an der Landzunge anliegenden Krafthaus und der anschließenden, bis zum linken Ufer reichenden Wehranlage. Das Gebäude des Krafthauses enthält neben der Maschinenhalle für das Kraftwerk Wallnerau-Salzach auch gemeinsame Einrichtungen der Kraftwerke Wallnerau-Salzach und Wallnerau-Unterwasser, so etwa den gemeinsamen Leitstand, und den Zugang zu den Räumen von Wallnerau-Unterwasser.

Der Baukörper des über rechteckigem Grundriss errichteten Krafthauses ist in Stufen gegen das Unterwasser abgetreppt und besitzt glatte, mit Kletterpflanzen berankte Sichtbeton-Außenflächen und begrünte Flachdächer. Auf der Unterwasserplattform wurden zusätzlich Bäume gepflanzt, sodass das Kraftwerk von der Unterwasser-Seite kaum in Erscheinung tritt. Sein Obergeschoß enthält den Raum des Leitstandes und wird durch eine wuchtige, vorspringende Attika aus Sichtbeton-Elementen mit vertikaler Fugenteilung abgeschlossen, unter der ein schmales Fensterband angeordnet ist. Das etwa doppelt breite und hohe Geschoß darunter wird von der Maschinenhalle eingenommen. Ihr vorgelagert sind die niedrigeren Anbauten für die Transformatoren.

Von einem zweiflügeligen Tor an der Südwestseite des Obergeschoßes, über dem sich eine Auskragung der Attika in der Art eines Vordaches befindet, wird das Innere des Krafthauses erschlossen. Ein zweiarmiger Treppenlauf und ein Lastenlift führt in die unteren Geschoße zu den Maschinenhallen der Kraftwerke Wallnerau-Salzach und Wallnerau-Unterwasser.

Da in Wallnerau-Salzach horizontale Maschinensätze montiert wurden, ragen keine Aufbauten über das Fußbodenniveau der Maschinenhalle auf. Ihr leerer Raum wird von einer Platten-Balkendecke abgeschlossen, aus der teilweise verglaste Montageöffnungen ausgespart wurden. An der Untersicht der ins Innere vorkragenden Kranbühne sind Leuchtstoff-Röhren angebracht. Zugänge und Nebenräume sind durch bündig mit den Wänden liegende Stahlblech-Türen verschlossen. Im Boden der Maschinenhalle befinden sich durch Abdeckplatten verschließbare Öffnungen, durch die der Abgang zu den Maschinensätzen in den Untergeschoßen möglich ist. An der Unterwasser-Seite schließen die Räume der Transformatoren an.

Die zwei Felder der Wehranlage haben eine lichte Weite von je 10 m und eine Stauwandhöhe von 13,9 m. Sie sind mit einem 5,3 m hohen Staubalken und je einer oben liegenden Stauklappe und einem unten liegenden Drucksegment ausgestattet. Unterhalb der Wehrschwelle ist ein Sohlgang situiert.

Die Länge des Stauraumes beträgt 1,4 km. Im Rückstauraum wurde auf eine Länge von 250 m das Gelände am rechten Flussufer aufgeschüttet.

Die künstliche Unterwassereintiefung besitzt eine Länge von etwa 1,7 km und ist liegt maximal 6,5 m tief. Am linken Flussufer wurde eine Fischtreppe errichtet. Neben ihr befindet sich im Unterwasserbereich am linken Flussufer der "Meilenstein", eine Stele aus Naturstein des Künstlers Anton Thuswaldner.

Das Krafthaus und die beiden Wehrfelder mit dem Staubalken sind in Stahlbeton ausgeführt. Die Attika des Krafthauses ist aus horizontal geschalten vorgefertigten Beton-Elementen mit vertikalen Fugen hergestellt. Die Dächer wurden als begrünte Flachdächer hergestellt. Die Wände der Maschinenhalle bestehen aus schalreinem Beton, der großteils mit Schalldämm-Platten verkleidet wurde.

Die Decke ist als Platten-Balkenkonstruktion aus Beton-Fertigteilen hergestellt, die Betonstiege besitzt ein Metallrohr-Geländer. Das Einfahrtstor besteht aus Stahlblech, die Fenster sind aus Metallrahmen mit Isolierglas-Feldern hergestellt. Der Boden, die Sockelzone und der untere Teil der nördlichen Stirnwand sind mit rötlichen Klinkern belegt.

Die Maschinensätze bestehen jeweils aus einer horizontal mit einer Neigung von 10° eingebauten Kaplan-Rohrturbine der Maschinenfabrik Voith mit einer Nennleistung von je 7.200 kW und einem direkt gekuppelten Drehstrom-Synchrongenerator von Asea Brown Boveri AG, Wien (ABB) mit einer Nennleistung von je 8.500 kVA. Die beiden Maschinensätze erzeugen insgesamt eine Nennleistung von etwa 12.000 kW. 

Der Hallenkran der Firma Demag ist für eine Traglast von 70 t ausgerichtet. Die beiden Transformatoren stammen von der Firma Siemens. Ein Dieselaggregat dient zur Bereitstellung von Notstrom für die Kraftwerke Wallnerau-Salzach und Wallnerau-Unterwasser.

Die Wehrfelder sind mit Stauklappen als oberen und mit Drucksegmenten als unteren Verschlüssen ausgestattet und wurden von der Firma Künz erzeugt. Die Rechenreinigungsanlage auf der Wehrbrücke wurde von den Firmen Pühler und Palfinger hergestellt.
Das Kraftwerk wird durch elektromechanische Regler automatisch gesteuert.

Das Kraftwerk im Querschnitt:

VERBUND-Kraftwerk Wallnerau-Salzachstufe Querschnitt Krafthaus
Kraftwerk Wallnerau: Querschnitt Krafthaus