Laufkraftwerk Ramsaubach

Das VERBUND-Kraftwerk Ramsaubach ist ein Laufkraftwerk am Ramsaubach (Bereich Enns) und südlich der Ortschaft Eisenerz in der Steiermark gelegen.

Technische Beschreibung 

Das Laufkraftwerk Ramsaubach wurde von 1983 bis 1985 erbaut. Es stellt nach dem Kleinkraftwerk Erzbach die zweite Anlage der Eisenerzer Kleinwasserkraftwerksges.m.b.H. (EKG) dar. Eine Pelton-Turbine mit direkt gekoppeltem Drehstrom-Synchrongenerator erzeugt jährlich rund 4 GWh Strom. 

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Hydro Power GmbH
Betreiber: VERBUND Hydro Power GmbH
Inbetriebnahme: 1985
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Österreich, Steiermark
Gewässer: Ramsaubach
Leistung: 0,8 MW
Jahreserzeugung: 4.006,5 MWh
Turbinen: Pelton
Fischwanderhilfen:                      nein

Weitere Informationen

Das Kraftwerk Ramsaubach im Gemeindegebiet von Eisenerz stellt nach dem Kleinkraftwerk Erzbach die zweite Anlage der Eisenerzer Kleinwasserkraftwersges.m.b.H. (EKG) dar, einer von den Stadtwerken Eisenerz gemeinsam mit der Steirischen Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (STEWEAG) gegründeten Betreibergesellschaft. Die Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung erfolgte am 6. August 1980.

Für die Planungen zeichnete die Siemens AG Österreich verantwortlich, das geologische Gutachten im Rahmen der Projektvorarbeiten stammt von Wolfgang Demmer aus Korneuburg. Die im Zusammenhang mit dem Unterliegerkraftwerk Erzbach von der Baugesellschaft Karl Lehner & Co. errichtete Anlage konnte am 8. März 1985 in Form von Synchronisier- und Lastabschaltversuchen und der darauf folgenden Stromlieferung in das Netz der STEWEAG offiziell in Betrieb genommen werden.
 
Planung: Siemens AG Österreich, Abteilung Bautechnik (Dr. Sambs, Dr. Nussbaumer, B-Ing. Baumgartner).Geologie: Wolfgang Demmer, Korneuburg.
Ausführung: Baugesellschaft m.b.H. Karl Lehner & Co., Graz - Pinkafeld
 
Das Krafthaus des Kraftwerkes Ramsaubach liegt im Krumpental im Süden der Ortschaft Eisenerz am rechten Ufer des Ramsaubachs. Im Ortsgebiet von Eisenerz zweigt von der Krumpentaler Straße westlich die Zufahrt zum Krafthaus Ramsaubach ab.

Krafthaus

Das in den zum Erzbach abfallenden Hang eingebaute Krafthaus wurde über rechteckigem Grundriss auf einer Fläche von etwa 10/7,4 m errichtet, ist insgesamt etwa 12 m hoch und beherbergt die Maschinenhalle und einen Transformatorraum. Das Gebäude besitzt eine glatte Fassade und wird von einem Satteldach abgeschlossen, in dessen Dachfläche ein Montagedeckel integriert wurde.

Die östliche Gebäudeseite ragt nur etwa 6,3 m über das Gelände hinaus und weist zwei querrechteckige Lüftungs-Öffnungen mit Jalousienverkleidung sowie eine zweiflügelige Tür mit Jalousie-Feldern auf, hinter der sich der Transformator befindet. Während die nördliche Stirnseite völlig geschlossen ist, belichten an der zweigeschoßigen, westlichen Längsseite im Obergeschoß drei Fenster das Innere. Die Fenster bestehen aus einem Klappflügel und aus einem fix verglasten Teil. Im Untergeschoß sind zwei querrechteckige Lüftungsfelder mit Jalousieverkleidung angeordnet.

Über einen Stiegenabgang an der im Hang liegenden Schmalseite des Baus gelangt man durch eine zweiflügelige Tür in das Innere des Maschinenraumes, dessen tragendes Gerüst aus sichtbar belassenen Stahlbeton-Pfeilern und -Bindern besteht. Eine frei in der Mitte des Raumes stehende Stahlbeton-Stütze trägt auf einer Konsole eine der beiden Kran-Schienen aus Stahl, die zweite Schiene ruht auf einer Konsole an der nördlichen Stirnmauer. Die Enden der Schienen lagern jeweils in Nischen der Außenmauern auf. Im Maschinenraum ist auf einem Sockel der Maschinensatz situiert, zu dem über dem Fußbodenniveau zwei Druckrohre führen.

Wehr und Triebwasserweg
Die Wehranlage befindet sich auf 853,50 m Seehöhe und besteht aus einem Wehrfeld mit einer Kiesgasse. Ein Container neben der Anlage, der von einem Zeltdach abgeschlossen wird, enthält die Steuerungseinrichtungen. An das Wehr schließt rechtsufrig der Entsander an. Von dort führt eine Druckrohrleitung mit einer Länge von insgesamt 2.366 m über mehrere Rohrbrücken zum Krafthaus.
 
Krafthaus
Die Unterkonstruktion und die in den Hang gebauten Mauern des Hochbaues bestehen aus massiven Ortbetonmauern. Über rau verputzten Mauern ist das Satteldach mit Well-Faserzementplatten eingedeckt, während die Giebelflächen und die Attika eine Schindelverkleidung besitzen. Das tragende Gerüst im Inneren des Maschinenraumes wird durch Stahlbeton-Pfeiler und -Binder mit aufgelegten Betonplatten gebildet. Die Ausfachungen oberhalb der Geländekanten sind aus dünneren Ortbetonmauern hergestellt. Der Stiegenabgang ist aus Beton gefertigt und mit einem Stahl-Vierkantgeländer gesichert. Die Fenster besitzen Stahlrahmen und Einfachverglasung, die Türen sind aus Stahlblech gefertigt. Der Bodenbelag des Maschinenraumes besteht aus rötlich-gelben, rechteckigen Klinkerplatten.

Wehr und Triebwasserweg
Die Wehranlage wurde aus Stahlbeton mit einem Container aus Aluminium-Trapezblech hergestellt. Die Entsanderanlage ist mit Stahlblech abgedeckt, die Druckrohrleitung besteht aus duktilem Gusseisen.
 
Turbinen und Generatoren
Die Maschinenfabrik Andritz lieferte 1985 eine zweistrahlige Pelton-Turbine mit 800 kW Nennleistung. Der direkt gekuppelte 1.000 kVA-Drehstrom-Synchrongenerator mit einer Nennspannung von 400 kV ist ein Produkt von Siemens. Ebenfalls von Siemens stammt die elektronische Steuerung, der Turbinenregler wurde von Hoerbiger geliefert. Vor dem Anschluss an das Hosenrohr, das zu den beiden Pelton-Düsen führt, wurde als Absperrorgan ein Kugelschieber von der Firma Johannes Erhard, H. Waldenmaier Erben in Heidenheim eingebaut.

Transformatoren
Die erzeugte Energie wird mittels eines 1.000 kVA-Maschinentransformators (Baujahr 1984) von der Elektro-Bau AG Linz von 0,4 kV auf 10 kV hochtransformiert und in das 10 kV-Netz der STEWEAG eingespeist. Die Eigenbedarfsversorgung wird durch einen 30 kVA-Trenntrafo von L. Wimberger KG in Wien gewährleistet.

Wehranlage
Das einzige Wehrfeld der Bachfassung von der Firma Künz ist mit einem Drucksegment mit aufgesetzter Klappe ausgestattet. Die Hebung des Segments erfolgt mittels beidseitig angeordneter Zugzylinder, die Stauklappe kann mit einem mittig angeordneten Druckzylinder bewegt werden. Für die elektronische Steuerung zeichnet die Firma Siemens verantwortlich, die Ölhydraulik lieferte Hainzl & Bauer in Linz. Die vorgeschriebene Dotierwassermenge von 81,6 l/sec. wird über eine eigens errichtete Dotierleitung in das Unterwasser abgegeben.

Hubwerke
Die Maschinenhalle wird von einem Hallenkran mit einem 6,3 t-Elektrozug von Künz bestrichen.

Rechenreinigung
Künz lieferte die Rechenreinigungsmaschine für den Feinrechen, bestehend aus einer Putzharke und einem dahinter befindlichen versenkten Treibgutbehälter. Der vor dem Feinrechen angeordnete Grobrechen wird mittels eines Spülschützes gereinigt.