Das Laufkraftwerk - der beständige Stromlieferant

Laufkraftwerke liefern beständig und meist ohne große Schwankungen Strom. Sie werden daher eingesetzt, um den Großteil des Stromverbrauchs, die sogenannte Grundlast, zu decken.

Wie funktioniert ein Laufkraftwerk? 

Ein Laufkraftwerk nutzt das natürliche Gefälle eines Fließgewässers und die Geschwindigkeit der Strömung. Das Wasser wird zusätzlich aufgestaut, um den Höhenunterschied zwischen Oberwasser und Unterwasser (siehe Animation) zu steigern - meist auf 6 bis 15 Meter. Über dieses Gefälle "stürzt" das Wasser in die Tiefe und wird gezielt auf eine Turbine gelenkt. Diese treibt einen Generator an, der den Strom erzeugt.

Welche Vorteile bietet die Stromerzeugung in Laufkraftwerken? 

Die Leistung unserer Laufkraftwerke reicht von wenigen Kilowatt bei Kleinwasserkraftwerken bis über 300 Megawatt bei den großen Donaukraftwerken. Sie hängt von der Anzahl und Bauart der Turbinen ab und gibt an, mit welcher Geschwindigkeit Strom erzeugt wird. Die erzeugte Strommenge dagegen ist die Arbeit des Kraftwerks und hängt wesentlich vom Wasserstand im Fluss ab. Je mehr Wasser durch die Turbinen fließt, desto höher ist die erzeugte Energie.

Auswirkung auf die Stromerzeugung

Steigen die Pegelstände z. B. durch Hochwasser über einen Schwellenwert, so beginnt die Stromerzeugung zu sinken. Ab einem bestimmten Punkt ist die Fallhöhe zu gering, um die Turbinen anzutreiben: das Kraftwerk muss dann abgeschaltet werden.
Näheres über die VERBUND-Anlagensicherheit haben wihier zusammengestellt. 

Was macht ein Kraftwerk bei Hochwasser?

Kontakt

Florian Seidl Florian Seidl

Pressesprecher Erzeugung

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Blick hinter die Kulissen

Kraftwerk Ybbs an der Donau

VERBUND als größter heimischer Stromproduzent aus Wasserkraft bietet an seinen Ausflugszielen einen Blick hinter die Kulissen der Stromerzeugung. Seien es Besucherzentren an der Donau oder Mur, oder die großen Anlagen in den Alpen. Gesetzt wird auf die perfekte Mischung von Technik, Natur und Wasserkraft.

zu den Besucherzentren

Anlagensicherheit und Hochwasser 

Unser Aufgabe ist es, die Sicherheit der Staumauern und den korrekten Betrieb der Kraftwerke bei Hochwasser zu gewährleisten. 

Hochwässer sind Naturereignisse, auf die die Kraftwerke entlang von Flüssen kaum Einfluss haben. Während Speicherkraftwerke in begrenztem Rahmen Wasser aufnehmen können, steht Laufkraftwerken an den Flüssen diese Option nicht offen. 



Laufkraftwerke bei Hochwasser

Bei der Genehmigung von Flusskraftwerken wird darauf geachtet, dass sich im Vergleich zum Naturzustand, also dem vor Kraftwerkserrichtung, möglichst wenig verändert. Laufkraftwerke sind somit keine Hochwasserschutzbauten. 

Steigt aufgrund der großen Wassermenge der Spiegel unterhalb einer Staumauer an, stellt das Kraftwerk die Stromerzeugung ein: das Gefälle reicht nicht mehr aus, um die Turbinen anzutreiben.

Die Kraftwerks-Warten ansonsten ferngesteuerter Kraftwerke werden im Hochwasserfall rund um die Uhr mit Personal besetzt, um rasch auf mögliche Störungen reagieren zu können. Für jedes Kraftwerk gibt es eine behördlich genehmigte Betriebsvorschrift. Darin ist klar geregelt, welche Pegelstände in den Stauräumen einzuhalten sind. Zuständig dafür ist die Oberste Wasserrechtsbehörde beim Lebensministerium.

Jedes Kraftwerk hat eine „Ausbauwassermenge“- bis zu dieser Menge nehmen die Turbinen das Wasser auf und erzeugen Strom. Wird die Wassermenge überschritten, müssen Wehrfelder geöffnet werden, um das überschüssige Wasser aus den Stauräumen abzugeben. Dabei senkt sich der Wasserspiegel in der Nähe der Staumauer. Je weiter die Wehrfelder geöffnet werden, desto tiefer sinkt der Wasserspiegel im Nahbereich der Kraftwerke. Bei großen Hochwässern fließt der Fluss ungebremst weiter, da die Laufkraftwerke keine Speicherseen haben, die das Wasser zurückhalten könnten. So kommt es zu dem Phänomen, dass trotz Hochwassers der Wasserspiegel im Nahbereich der Kraftwerke sinkt und Boote auf dem Trockenen liegen.

Hydrographische Dienste:

Im Hochwasserfall greift das behördliche Krisenmanagement: Zuständig für Warnungen sind die hydrographischen Dienste der Landesregierungen, die automatischen Zugriff auf die Pegelstände aller Kraftwerke haben.