Sicherheit unserer Anlagen

Das Thema Sicherheit steht schon bei der Planung einer Sperre an oberster Stelle. Talsperren stemmen sich dem gestauten Wasser entgegen. Die Belastung hängt naturgemäß von Breite und Höhe der Talsperre ab.

Egal, welche Staumauer gebaut wird, in jedem Fall wird sie so dimensioniert, dass sie ein Mehrfaches der Belastung aushält als tatsächlich auftritt. Das Bauwerk ist nach verschiedenen Kriterien und Belastungen (Temperatur, Wasserstand, Erdbeben) zu bemessen. 

 

Überwachung

Auch nach der Fertigstellung einer Staumauer ist Sicherheit das oberste Gebot. Hochsensible Messeinrichtungen machen jede noch so kleine Veränderung erkennbar. Viele der Messeinrichtungen in einer Talsperre übertragen die Messwerte in Echtzeit. Zusätzlich gibt es regelmäßige Kontrollgänge durch geschultes Personal, das Sichtprüfungen vornimmt, weitere Messungen durchführt und Messwerte protokolliert und auswertet.

Ein Erdbeben in Österreich stellt übrigens auch keine Gefahr für die Staumauern von VERBUND dar. Sie sind von ihrer Bauart grundsätzlich dafür ausgelegt, derartige horizontale Lasten auszuhalten. Darüber hinaus sind schon bei der Planung entsprechend der Richtlinien der „Österreichischen Staubeckenkommission“ die möglichen Auswirkungen der stärksten bekannten Erdbeben berücksichtigt worden.

Als Ergebnis der Überwachung erhält VERBUND genaue Aufzeichnungen über das Verhalten seiner Talsperren. Sie sollen und müssen sich je nach Beanspruchung mehr oder weniger aber immer im Rahmen der zulässigen Grenzen bewegen. So können sie mit Sicherheit den Anforderungen entsprechen. Überwacht und vermessen werden auch das Gebiet um eine Talsperre und die Speicher. Damit wird sichergestellt, dass auch geologische Änderungen rasch erkannt und wenn nötig sofort die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden können. 

Damit die Sicherheit der VERBUND-Talsperren 24 Stunden am Tag und das ganze Jahr über gewährleistet ist, besteht die Talsperrenüberwachung bei VERBUND sowohl in der Region Nord als auch in der Region Süd aus je einem Talsperrenverantwortlichen mit mehreren Stellvertretern sowie einem Team aus Bauwerksbeobachtern vor Ort. So ist sichergestellt, dass immer ein kompetenter Entscheidungsträger verfügbar ist.

Die Einhaltung der Vorschriften des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wird durch den Unterausschuss für Talsperrenüberwachung sowie durch das Talsperrenaufsichtsorgan des jeweiligen Bundeslandes überwacht und überprüft.

 

Katastrophenplan

Staumauern sind Bauwerke in der Natur, die von Menschen geplant, berechnet und errichtet werden. Natürlich kann es auch bei einer Staumauer zu Problemen kommen, aber die sorgfältige Planung und ständige Überwachung gewährleistet, dass eine Katastrophe weitgehend ausgeschlossen oder abgewendet werden kann. Bei allen Staumauern von VERBUND sind Einrichtungen vorhanden, bei denen Wasser kontrolliert und rasch abgelassen werden kann, um die Belastung des Bauwerkes zu reduzieren.  Sollte der größte anzunehmende und noch so unwahrscheinliche Fall, der Bruch und Einsturz einer Staumauer, eintreten, so liegen bei den Katastrophenschutzbehörden entsprechende Katastrophenpläne auf. VERBUND wäre in diesem Fall Teil des behördlichen Katastrophenmanagements. 
 

Bei der Genehmigung von Flusskraftwerken wird darauf geachtet, dass sich im Vergleich zum Naturzustand, also dem vor Kraftwerkserrichtung, möglichst wenig verändert. Laufkraftwerke sind somit keine Hochwasserschutzbauten. 

Steigt aufgrund der großen Wassermenge der Spiegel unterhalb einer Staumauer an, stellt das Kraftwerk die Stromerzeugung ein: Das Gefälle reicht nicht mehr aus, um die Turbinen anzutreiben. Die Kraftwerks-Warten ansonsten ferngesteuerter Kraftwerke werden im Hochwasserfall rund um die Uhr mit Personal besetzt, um rasch auf mögliche Störungen reagieren zu können. Für jedes Kraftwerk gibt es eine behördlich genehmigte Betriebsvorschrift. Darin ist klar geregelt, welche Pegelstände in den Stauräumen einzuhalten ist. Zuständig dafür ist die Oberste Wasserrechtsbehörde beim Lebensministerium.

Jedes Kraftwerk hat eine „Ausbauwassermenge“- bis zu dieser Menge nehmen die Turbinen das Wasser auf und erzeugen Strom. Wird die Wassermenge überschritten, müssen Wehrfelder geöffnet werden, um das überschüssige Wasser aus den Stauräumen abzugeben. Dabei senkt sich der Wasserspiegel in der Nähe der Staumauer. Je weiter die Wehrfelder geöffnet werden, desto tiefer sinkt der Wasserspiegel im Nahbereich der Kraftwerke. Bei großen Hochwässern fließt der Fluss ungebremst weiter, da die Laufkraftwerke keine Speicherseen haben, die das Wasser zurückhalten könnten. So kommt es zu dem Phänomen, dass trotz Hochwassers der Wasserspiegel im Nahbereich der Kraftwerke sinkt und Boote auf dem Trockenen liegen.

Hydrographische Dienste:

Im Hochwasserfall greift das behördliche Krisenmanagement: Zuständig für Warnungen sind die hydrographischen Dienste der Landesregierungen, die automatischen Zugriff auf die Pegelstände aller Kraftwerke haben.