Laufkraftwerk Abwinden-Asten

Das VERBUND-Kraftwerk Abwinden-Asten ist ein Laufkraftwerk an der Donau und südlich von Abwinden bei Linz in Oberösterreich gelegen. 

Technische Beschreibung 

Das Kraftwerk Abwinden-Asten wurde von 1976 bis 1979 unter Mitfinanzierung der Energie AG Oberösterreich, der Salzburg AG, der KELAG und der VKW in Niedrigbauweise errichtet. Die Wasserführung der Donau wird durch die von Süden in den Stauraum mündende Traun erheblich verstärkt. Im Krafthaus am rechten Donauufer sind 9 Maschinensätze, bestehend aus je einer Kaplan-Rohrturbine und je einem direkt gekoppelten Drehstromgenerator, eingebaut, welche eine Jahresleistung von rund 995 GWh erzeugen.In den kommenden Jahren wird das Kraftwerk im rahmen des Projektes "LIFE+ Netzwerk Donau" mit einer naturnahen Fischwanderhilfe ausgestattet.

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Hydro Power GmbH
Betreiber: VERBUND Hydro Power GmbH                                 
Inbetriebnahme: 1980
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Österreich, Oberösterreich
Gewässer: Donau
Leistung: 168 MW
Jahreserzeugung: 1.039.561 MWh
Turbinen: Kaplan (9)
Fischwanderhilfen:                      in Planung

Detailinformationen zu Geschichte, Bau und Technik

Der Baubeschluss für den Bau des siebenten österreichischen Donaukraftwerks südlich von Abwinden bei Linz wurde am 4. Juli 1975 von der Österreichischen Donaukraftwerke AG (DoKW) gefällt. Die Anlage wurde in einem Durchstich am Südufer geplant, wodurch aufwändige Baugrubenwechsel und Auspumpvorgänge entfallen konnten. Vor der Aufschließung der Baustelle mussten Grundstücksabtretungen und Auwald-Schlägerungen vorgenommen werden. 

Der Baubeginn erfolgte am 1. März 1976, obwohl die wasserrechtliche Genehmigung erst drei Tage darauf erteilt wurde. Die Arbeiten fanden in einer einzigen, 91 ha großen Baugrube neben dem Strom statt, und durch die Lage im feuchten Augebiet mussten 4,8 km Baugrubenumschliessungen errichtet werden. Nach den Aushubarbeiten begannen im Mai 1976 die Betonierarbeiten, die insgesamt 1,2 Mio. m³ umfassten. Durch die am 11. Oktober 1978 vorgenommene Donauabriegelung wurde das gesamte Wasser des Stromes nur mehr durch die Wehrfelder und die Schleusenanlage geleitet, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit einer Woche fertiggestellt und betriebsbereit waren. 

Am 4. Februar 1979 erfolgte die Inbetriebnahme des ersten Maschinensatzes (Maschine 9), am 24. Juni der Vollstau. Mit der Inbetriebnahme des letzten Maschinensatzes (Maschine 4) am 20. November 1979 waren die Bauarbeiten abgeschlossen.

Die Situierung des Donaukraftwerks unmittelbar unterhalb der Landeshauptstadt Linz mit ihren großflächigen Hafen- und Fabriksanlagen erforderte eine Vielzahl von Wasserhaltungs-Massnahmen in diesem Gebiet. Dammaufschüttungen am Südufer der Donau, speziell entlang der Traunmündung, die teilweise eingestaut wurde, sowie etwa 80 Pumpen und mehrere Brunnenanlagen sorgen für den Abtransport von Boden- und Abwässern vom Gelände der Chemie Linz sowie der VÖEST-Werke. Diese Stauraum-Massnahmen stellten die umfangreichsten dar, die bis dahin bei einem Flusskraftwerk in Österreich ausgeführt wurden.

Im Zusammenhang mit dem Bau wurde in St. Georgen an der Gusen ein Werks-Wohnhaus mit 15 Wohneinheiten errichtet. Ab Mitte der 1990er-Jahre erfolgte der teilweise Verkauf der Wohnungen. Eine Wohneinheit ist noch für Bereitschaftspersonal des Werks vorbehalten. 
Architektur und Planung: Helmut Hitzginger, Planungsstab der Donaukraftwerke AG (DoKW). Bauleitung: Oberbaul. Wagner Ausführung: Arge (Porr, u.a.)
Das Kraftwerk Abwinden-Asten befindet sich in einem rechtsufrigen Durchstich am oberösterreichischen Donauabschnitt, südlich der Gemeinde Abwinden bei Linz. Die Zufahrt erfolgt vom Südufer aus über eine Abzweigung von der B1 bei Asten. Unmittelbar angrenzend an das Kraftwerksgelände befindet sich das Badegebiet Ausee.

Nach der Einfahrt in die Anlage passiert man die Freiluft-Schaltanlage und erreicht den Eingang zum Betriebsgebäude. Dieses ist in die Unterwasser-Seite des Krafthauses integriert, lediglich die Warte wurde aus Schallschutzgründen südlich angebaut. Die nördlich anschließende fünf-feldrige Wehranlage und die Doppelschleuse schließen das Bauwerk nach Norden ab.

Das Krafthaus mit dem Betriebsgebäude weist an beiden Längsseiten stark horizontale Gliederungen auf. An der Oberwasser-Seite ist es eine schlichte Sichtbetonfassade mit Fensteröffnungen in die Maschinenhalle, bekrönt von einem mächtigen, nach außen abgesetzten Attika-Vorbau. Unterwasserseitig wurde der untere Teil der Fassade mit einer begrünten Böschung verdeckt, darüber findet sich die gleiche Gliederung wie an der Oberwasser-Seite, ergänzt durch eine Reihe mit Lüftungslamellen unterhalb der Fenster des Bürogeschoßes. Über das Bauwerk führt eine Betriebsbrücke und die beiden Kranbahnen des Portalkrans.

Betritt man das Foyer des Kraftwerks, erkennt man bereits die Handschrift des Architekten Helmut Hitzginger. Türkis-blaue Wandfärbungen, grüne Kunststeinböden und Wandverkleidungen aus schmalen beigen Kunststein-Streifen finden sich hier genauso wie in seinen anderen Kraftwerken wieder. Auch hier ermöglicht eine Glaswand einen direkten Blick in die langgestreckte Maschinenhalle mit der erhöhten Montageplattform am Südende. 

Mit ihren 155 m Länge und 13 m Breite ermöglicht die Halle die Unterbringung der Regler- und Steuereinrichtungen der neun Kaplan-Rohrturbinen, die sich unter dem Hallenniveau befinden. Dominiert wird der Raum durch die überdimensionalen crème-farbenen Kranbahnen auf beiden Seiten, die auch die Neonröhrenbeleuchtung integrieren. Natürliches Licht fällt nur durch paarweise angeordnete Fenster auf der Oberwasser-Seite in den Raum. Die weißen Wände kontrastieren mit dem dunkelgrünen Kunststeinboden und werden nur durch die neun crème-farbenen Reglereinhausungen mit türkis-blauer Stirnseite rhythmisiert. Die Stahlbeton-Balkendecke wird durch mehrere dunkelblaue Montageöffnungen durchbrochen. 

Das obligate Kunstwerk an der der Montageplattform gegenüberliegenden Stirnseite stellt einen schematisierten Verlauf der Donau in Österreich dar mit allen Ende der 1970er-Jahre gebauten und geplanten Stufen, also auch Rossatz in der Wachau und Hainburg. Linien, die zu einem Hochspannungsmast führen, deuten den Abtransport des erzeugten Stroms an. Ein blauer Streifen durchschneidet das gelbe Mosaik-Feld und zeigt symbolisch Bau-und Planungswerkzeuge wie Schaufel, Zirkel oder Dreieck.

Die Büro- und Personalräume im Kraftwerk Abwinden-Asten beschränken sich auf das oberste Geschoß der Unterwasser-Seite. Hier führt ein Innengang über die gesamte Länge des Krafthauses und verbindet die beiden Treppenhäuser an den Enden. Gleichzeitig erschließt er die Büros des Betriebsingenieurs, der Meister, Besprechungs- und Aufenthaltsräume, Nassräume und Archive.

Südlich des Krafthauses liegt die Schaltwarte mit vier Fenstern zur Oberwasser-Seite. Sie wurde - nachdem es bei den Vorgängerbauten dieses Typs zu großen Problemen mit Vibrationen und Lärmübertragung von den Rohrturbinen gekommen ist - neben das Maschinenhaus gestellt. Gestalterisch lässt die Fassade die Zusammengehörigkeit mit den Pumpwerken im Linzer Raum erkennen: ein beiger Sockel, darüber eine Fensterreihe mit grauen Zwischenfeldern, bekrönt von einer dunkelbraunen Eternit-Attikaverkleidung. Der Innenraum verfügt über moderne Computer-Arbeitsplätze in der Mitte, die alte gekrümmte Mosaik-Schalttafel ist aber noch vorhanden. Südlich schließen ein Sozialraum mit Küche und der Raum für den Prozessrechner an.

Westlich schließt im ersten Untergeschoß die Werkstätte an das Krafthaus an. Sie wurde - nachdem im Vorgänger-Kraftwerk Ottensheim-Wilhering Tageslichtprobleme nachträglich eine Verlegung der Werkstätte notwendig machten - von vornherein neben das Hauptbauwerk gesetzt und durch acht rechteckige Lichtkuppeln von oben belichtet.

Die Wehranlage wird durch einen Trennpfeiler vom Krafthaus abgegrenzt. Drei Hydraulikräume in den Wehrpfeilern ermöglichen die Steuerung der Segmentschütze und der Aufsatzklappen. Nach dem Montagepfeiler und dem Füll- und Entleerbauwerk im Norden schließt die Doppelkammern-Schleusenanlage an. Sie ist - analog zu den drei Vorgänger-Kraftwerken - mit einer Befüllung und Entleerung über das Unterhaupt ausgestattet, wobei diese Vorgänge über ein eigenes Bauwerk neben dem Wehrfeld 5 gesteuert werden. Die Schleusen-Befehlsstelle befindet sich über dem Unterhaupt und wurde farblich durch crème-farbene und braune Fassadenverkleidungen dem Stil der Warte angepasst. Bekrönt wird das oberste Geschoß von einer dunkelroten Attika-Verkleidung.

Im Zuge der Erhöhung des Wasserspiegels im Oberwasser mussten speziell am Südufer der Donau Dammbauten errichtet werden. Sie reichen bis zum Hafengelände von Linz zurück. Der einzige Zufluss vom Süden in den Stauraum ist die Traun. Sie wurde eingestaut und die Ufer durch Dämme erhöht. Insgesamt 19 Pumpwerke und Brunnen sorgen für den Abtransport der Abwässer der Chemie Linz sowie der VÖEST ins Oberwasser, die Bodenwässer und Zuflüsse nördlich der Donau werden über den Altarm ins Unterwasser abgeleitet.

Pumpwerk Chemie Linz (CL):

Das Pumpwerk Chemie Linz ist das größte Pumpwerk des Kraftwerks Abwinden-Asten. Es befindet sich auf einem kleinen Grundstück zwischen der Chemie Linz AG und der Donau und besteht aus zwei Bauten, einem Pump- und einem Lagergebäude. Die Außengestaltung entspricht der Fassade der Warte des Kraftwerks: crème-farbene Wandfläche mit einer dunkelbraunen Faserzement-Verkleidung als Attika. Das Pumpgebäude ist schematisch mit einem Kraftwerk vergleichbar: es verfügt über eine zentrale Maschinenhalle mit den sechs Maschinensätzen, einem Montageplatz, einen Hallenkran, der den gesamten Raum bestreicht sowie Schalteinrichtungen und einen Trafo-Raum. Die natürliche Belichtung erfolgt über drei quadratische Stegglasfenster.
 
Mit der Errichtung des Kraftwerks Abwinden-Asten hatte Architekt Helmut Hitzginger sein funktionelles Konzept im Hinblick auf Reduktion des Planungsaufwandes soweit vereinfacht, dass es nur noch an die jeweiligen Standorte angepasst werden musste..
Turbinen und Generatoren:
Das Krafthaus ist mit sechs Kaplan-Rohrturbinensätzen ausgestattet, von Voith, Andritz und VOEST-Alpine geliefert. ELIN aus Weiz lieferte alle sechs 45 MVA-Rohrturbinen-Generatoren.

Wehranlage:
Die Wehrfelder mit einer lichten Weite von je 24 Metern sind mit Drucksegmenten mit aufgesetzten Stahlklappen ausgestattet.

Hubwerke:
Über das gesamte Hauptbauwerk erstreckt sich die Fahrbahn eines 120 t-Portalkranes mit hydrostatischem Antrieb. 

Schleusenanlage:
Am Oberhaupt der Zwillingskammer-Schleusenanlage dienen Hubsenktore in Form von Hakendoppelschützen mit elektromechanischem Antrieb, im Unterhaupt Riegelstemmtore mit ölhydraulischem Antrieb als Verschlüsse. 
 

Querschnitte des Kraftwerks:

Technische Daten:
Querschnitt des Laufkraftwerkes Abwinden-Asten
Querschnitt durch ein Wehrfeld beim Kraftwerk Altenwörth
Querschnitt des Wehrfeldes im Kraftwerk Abwinden Asten