Laufkraftwerk Großraming

Das VERBUND-Kraftwerk Großraming ist ein Laufkraftwerk an der Enns und in der Gemeinde Reichraming in Oberösterreich gelegen.

Technische Beschreibung 

Das Kraftwerk Großraming wurde von 1945 bis 1951 in mehreren Etappen erbaut. Bis ins Jahr 2000 wurden auch die Kraftwerke Schönau, Weyer und Losenstein von Großraming aus gesteuert – nun befindet sich die Schaltzentrale in Steyr. Von 2001 bis 2003 wurden die beiden Maschinensätze des Kraftwerks komplett erneuert. Zwei vertikale Kaplan-Turbinen mit direkt gekoppeltem Dreiphasen-Synchrongenerator erzeugen eine durchschnittliche Jahresleistung von etwa 270 GWh. 

Auf einen Blick:

Eigentümer: Ennskraftwerke AG
Betreiber: Ennskraftwerke AG
Inbetriebnahme: 1950
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Österreich, Oberösterreich
Gewässer: Enns
Leistung: 71,8 MW
Jahreserzeugung: 270.700 MWh
Turbinen: Kaplan (2)
Fischwanderhilfen:                      nein

Weitere Informationen

Bereits in den Jahren 1925/26 wurden Planungen für eine Kraftwerkskette an der Enns erstellt, zu denen auch eine Staustufe bei Großraming gehörte. 1925 vergab die Oberösterreichische Wasserkraft und Elektrizitäts-AG (OWEAG) den Auftrag zur Projektierung an das Ingenieurbüro Schachermayer & Sing, und am 29. Juni 1926 erhielt die OWEAG für die Enns-Stufen "Uferer" und "Großraming" die wasserrechtliche Konzession. Die Projekte gelangten jedoch auf Grund der Wirtschaftskrise nicht zur Ausführung. 

1929 fusionierten die Elektrizitätsgesellschaften Stern & Hafferl AG und die OWEAG zur Österreichischen Kraftwerke AG (ÖKA). Diese entwickelte ein Projekt für eine Kraftwerkskette an der Enns von Altenmarkt bis zur Donau mit fünf Buchten- und zwei Ausleitungskraftwerken. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 bekamen die Kraftwerksprojekte an der Enns durch die Rüstungsvorhaben im Raum Linz, Wels, Steyr und St. Valentin wieder eine höhere Priorität. Die Erweiterung bestehender Werke und der Aufbau neuer Großbetriebe erforderte eine enorme Produktionssteigerung an elektrischer Energie. 

Die "Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring Linz" und die Österreichische Kraftwerke AG (ÖKA) bewarben sich beide um den wasserwirtschaftlichen Ausbau der Enns. Am 20. Mai 1939 schlossen sie ein Abkommen zur Aufteilung der Wasserkraft-Nutzung, der Konflikt um den Bau von Kraftwerken an der Enns blieb jedoch bis zu einem am 24. Jänner 1940 unterzeichneten Vertrag bestehen. Man einigte sich schließlich darauf, dass die Reichswerke AG die Kraftwerke Ternberg, Rosenau und Garsten sowie die Kraftwerke unterhalb der ÖKA-Staustufen Staning und Mühlrading bis zur Mündung in die Donau errichten sollten. 

Ein Problem für den Ausbau der Wasserkraft an der Enns stellte nach wie vor die intensiv betriebene Flößerei dar, dessen Lösung den Bau der Kraftwerke durch langwierige Verhandlungen verzögerte. 
Das Kraftwerk Großraming war nach Staning und Mühlrading das dritte Enns-Projekt der Österreichischen Kraftwerke AG (ÖKA), die am 19. Mai 1941 in "Kraftwerke Oberdonau AG" (OKA) umbenannt wurde. Am 9. September 1942 begannen die Aufschließungsarbeiten und Bohrungen an der Wehrstelle, das geologische Gutachten wurde im September 1942 vom Geologen Josef Stiny in Wien erstellt. 

Für Großraming verwendete man einen Teil der Baustelleneinrichtung des Kraftwerks Rosenau, dessen Bau im Frühjahr 1942 abgebrochen worden war. Die fertigen Turbinen- und Generatorkomponenten wurden wegen der Luftgefährdung im "Altreich" noch 1942 nach Großraming verlagert. Bald nach Beginn stellte man die Arbeiten wieder ein, da wesentliche Änderungen am Kraftwerksplan vorzunehmen waren. Grund hierfür waren die Kriegsereignisse, die eine Verschiffung von zwei in Deutschland für ein Kraftwerk in Rincon des Bonéte am Rio Negro in Uruquay produzierten Maschinensätzen verhinderte. 

Bei der Firma J.M. Voith in Heidenheim lagerten zwei annähernd fertige Turbinen, bei den Siemens-Schuckertwerken in Berlin die dazugehörigen Generatoren. Da die Fallhöhe von 24 m in Großraming dem Gefälle von 32 m am Rio Negro am nächsten kam, entschied man die Maschinen in Großraming einzubauen und auf die Errichtung der zweiten geplanten Staustufe "Uferer" zu verzichten. Das Stauwehr wurde entsprechend den größeren Dimensionen der Maschinensätze von den Siemens-Schuckertwerken umgeplant und am 28. August 1942 eingereicht. Für die architektonische Gestaltung zeichnete Wilhelm Fricke aus Hannover verantwortlich. Die Bauarbeiten begannen am 15. Oktober 1942 an der linken Seite der Enns mit dem Bauabschnitt I. Am 21. Dezember des Jahres folgte die Erklärung zum bevorzugten Wasserbau durch den Reichsstatthalter für Oberdonau. Mit den Arbeiten zur Umschließung der Baugrube für den Bauabschnitt I startete man am 18. Jänner 1943. Vom 4. bis zum 7. Oktober 1943 fanden schließlich die wasserrechtlichen Verhandlungen statt. Im Jänner 1944 wurde eine am rechten Ufer situierte Kies-Aufbereitungsanlage in Betrieb genommen, eine zweistöckige Transportbrücke war ab Februar fertig gestellt, sodass am 20. März 1944 mit den Betonierarbeiten an den Wehrfundamenten im Bauabschnitt I begonnen werden konnte. Im Juli folgte die Inbetriebnahme der Haupt-Betonieranlage am linken Ennsufer. 

Bis Mitte 1944 wurde der Bau mit einem Einsatz von 2.000 Mann vorwärts getrieben. Beim Kraftwerksbau setzte man ausländische Zivilarbeiter sowie Zwangsarbeiter aus dem Osten und Kriegsgefangene ein. Am 15. Mai 1942 wurden 300 Häftlinge vom Konzentrationslager Mauthausen in das KZ Großraming überstellt. Für die Bauarbeiter errichtete man Lager mit getrennten Bereichen für Zivilarbeiter, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sowie das KZ-Lager. Ab 22. Juli 1944 zog man Arbeiter der Baustelle zum Kriegsdienst ein und am 28. August wurde der Bau mit behördlicher Verfügung des Reichsstatthalters von Oberdonau eingestellt, ausgenommen waren lediglich Maßnahmen zur Bestandssicherung. Zu diesem Zeitpunkt waren 20 Prozent des Bauvolumens erreicht. Erst am 8. Dezember 1944 wurde der Bescheid zur wasserrechtlichen Genehmigung des Kraftwerksbaus erlassen.

Am 8. Mai 1945 besetzten die amerikanischen und russischen Truppen die beiden Ennsufer und auch die Kraftwerksbaustelle. Die Truppen wurden in den ehemaligen Arbeiterunterkünften einquartiert. Ab 6. August begann man auf der Baustelle mit den Aufräumungsarbeiten. Nach Kriegsende wurde die Baustelle durch die Oberösterreichische Kraftwerke AG (OKA), welche die Nachfolge der Kraftwerke Oberdonau AG (KOA) angetreten hatte, weiter geführt. Die OKA schloss Verträge mit den Lieferfirmen in Ravensburg und Heidenheim ab, um die fehlenden Teile der maschinellen Einrichtung liefern zu lassen. Am 27. Februar 1946 wurde die Wasserhaltung im Bauabschnitt I wieder aufgenommen. Außerdem stellte in diesem Jahr die Strafanstalt Garsten Häftlinge für Arbeiten an der Kraftwerksbaustelle zur Verfügung, und so erreichte man an der Kraftwerksbaustelle den Arbeiterhöchststand mit 2.200 Mann. 

Am 26. März 1947 wurden die Kraftwerke Großraming, Mühlrading und Staning in die kurz zuvor in der Folge des Zweiten Verstaatlichungsgesetzes gegründete Ennskraftwerke AG (EKW) eingegliedert, welche ab 1948 die Finanzierung der Gesamtbauten und schließlich auch den Betrieb der Kraftwerke übernahm. Die Arbeiten zur Umschließung der Baugrube für den zweiten, rechtsufrigen Bauabschnitt begannen am 23. Februar 1948. Im August 1948 erfolgte die Umstellung von Bauabschnitt I auf Bauabschnitt II und der Beginn der Betonierarbeiten an der rechten Ennsseite. Im Herbst des Jahres wurde die linke Wehrhälfte fertig gestellt und für den Durchfluss der Enns freigegeben.

Am 27. Oktober 1948 starteten die Arbeiten in der Baugrube II mit dem Aushub für Krafthaus und Wehr. Mit den Betonierarbeiten im Bauabschnitt II begann man am 27. April 1949. Parallel dazu erfolgte in Baubschnitt I ab 10. Mai die Montage der Turbine und am 3. August des Jahres war der Krafthaushochbau vollendet. Die Montage des Generators fand ab 15. Oktober statt. Das Wartengebäude wurde von Anfang September bis Dezember 1949 erbaut. Schließlich war die rechte Wehrhälfte am 17. Februar 1950 fertig gestellt, sodass man von 15. April bis 15. Mai den Aufstau durchführen konnte. Die Inbetriebnahme der Maschine II erfolgte am 26. Juni 1950, die Inbetriebnahme der Hausmaschine am 8. Dezember 1950, die Maschine I setzte man am 12. Juni 1951 in Betrieb. Am 4. Juli 1951 fand die feierliche Eröffnung des Kraftwerks Großraming statt, das zu diesem Zeitpunkt das größte und leistungsfähigste Niederdruck-Kraftwerk in Europa war.

Im Rahmen des Kraftwerksbaus wurden eine Anschlusslinie zur Reichsbahn hergestellt und Feldbahngleise verlegt. Zur Sicherung der Eisenbahnlinie war die Errichtung von Stützmauern und diverser Straßen- und Brückenbauten erforderlich. Für die im Rückstaugebiet liegenden Höhlenwohnungen wurden als Ersatz neue Wohnhäuser errichtet. Sechzehn von ihnen fasste man in der Siedlung Aschau am rechten Ufer bei Ennskilometer 62 zusammen. Als Ersatz für die Flößerei, die von Großraming abwärts eingestellt wurde, errichtete man bei Küpfern zwei Schrägaufzüge, die das Floßholz auf ein Zwischenlager hoben, von dem es zur Bahn transportiert wurde. Dieser "Holzaufzug Küpfern" war von 1945 bis 1964 in Betrieb. Die Wohnhäuser der Werkskolonie waren zu Jahresende 1950 fertig gestellt.

Ein 1984 errichteter Zubau zum Wartengebäude nahm die erweiterten Batterieanlagen, Fernwirk-Einrichtungen und Betriebsdatenerfassungs-Einrichtungen auf. Von der Warte Großraming wurden auch die Kraftwerke Schönau, Weyer und Losenstein gesteuert, seit dem Jahr 2000 befindet sich die Schaltzentrale in Steyr. In den Jahren 2001 bis 2003 wurden die beiden Maschinensätze zur Gänze erneuert.

Architektur: 1941/42: Entwurf von Wilhelm Fricke, Hannover; nach 1945 ausgeführter Entwurf für Krafthaus, Schaltwarte und Freiluftanlage: Karl Rebhahn, Linz; Siedlungshäuser: Eugen Wachberger, Linz; 

Planung: 1925: Schachermayer & Sing, 1941/42: Siemens-Schuckert Werke, nach 1945: Oberösterreichische Kraftwerke AG (Josef Uhrmann, Heinz Reimann und Johann Neuhauser)

geologische und bodenmechanische Gutachten: Josef Stiny, Wien, Josef Schadler, Linz, Otto Fröhlich, Wien, Karl Kienzl
Bau- und Montageleitung: Siemens Schuckert Ges.m.b.H., Wien, Oberösterreichische Kraftwerke AG, Ennskraftwerke AG

Ausführung: Hauptbauwerk und Rückstaugebiet: Arge Ennskraftwerk Großraming (H. Rella & Co., Wien; Alfred Kunz & Co., München); im Rückstaugebiet außerdem: Bauunternehmung Ernst Hamberger, Linz; Franz Holenia & Co., Kleinreifling; Standard-Bau Ges.m.b.H., Salzburg; Wayß & Freitag AG, Linz; Meinong G.m.b.H., Linz; Lenz & Co., Süddeutsche Bauges.m.b.H., Linz, E. Steindl K.G., Höhenkirchen bei München;

Die Staustufe Großraming befindet sich westlich der Ortschaft Großraming an einer tief eingeschnittenen Stelle des Flussbettes. Auf der linken Ennsseite befindet sich flussabwärts des Kraftwerks Großraming ein Entladebahnhof der Eisenbahnlinie St. Valentin - Kleinreifling, von welchem eine Zufahrtsstraße zum linksufrigen Krafthaus führt. Die Eisenbundesstraße erschließt das rechtsufrige Krafthaus, und eine über die Kraftwerksbrücke verlaufende Fahrbahn verbindet die beiden Ufer miteinander. Das Kraftwerk besteht aus zwei an den Ufern anschließenden Krafthäusern und aus der zwischen ihnen liegenden Wehranlage. Es sperrt das Flussbett in einer Breite von 170 m, seine Ausdehnung in Richtung der Flussachse misst 66,7 m. Am rechten Ufer der Enns sind etwa 350 m flussaufwärts des Kraftwerks das Schalthaus und die Freiluft-Schaltanlage angeordnet.

Krafthäuser:
Die Grundfläche der beiden quaderförmigen Krafthäuser beträgt jeweils 33,0/25,1 m, die Höhe bis zu den Dachfirsten über dem durchschnittlichen Unterwasserspiegel misst 32,7 m und die Gesamthöhe des Bauwerkes 46 m. Die sehr flach geneigten Walmdächer überragen nur geringfügig die Kranbahn, die über die beiden Wehrfelder führt. Die aus gestocktem Sichtbeton bestehenden Oberflächen der Außenmauern weisen mit Granitsteinen verkleidete Sockelzonen und Gebäudekanten auf, eine Gesimskehle schließt die Mauern nach oben ab. An den Unterwasserseiten gliedern je fünf schmale, hochrechteckige Fensteröffnungen die Fassaden. Darüber durchbrechen im Bereich der Kranbahn kleine, hochrechteckige Öffnungen die Mauern. In den Krafthäusern ist je ein Maschinensatz vertikal eingebaut, im rechtsufrigen Krafthaus befindet sich außerdem noch eine Hausturbine. Kräftige Pfeiler tragen die Kranbahn in den Maschinensälen, die Flächen zwischen den Pfeilern wurden an der Oberwasserseite ausgemauert, an der Unterwasserseite sind die Zwischenräume offen belassen, sodass Licht durch die hohen Fenster der Unterwasser-Fassade in die Maschinensäle fällt. Die Kranbahn liegt 10,4 m über deren Bodenniveau und verbindet über die Wehranlage hinweg die beiden Krafthäuser miteinander. In den wehrseitigen Stirnwänden der Maschinensäle sind Hub- und Klapptore eingebaut, die eine durchgehende Befahrung und die Kupplung der beiden Maschinensal-Kräne ermöglichen. Durch eine Glaswand von den Maschinensälen getrennt befinden sich die Wartenräume. Unmittelbar hinter den unterwasserseitigen Außenmauern sind die Dammbalken-Kräne der Turbinenausläufe angeordnet.
 
Wehranlage:
Die beiden je 22,5 m breiten Wehrfelder weisen eine Verschlusshöhe von 25,40 m auf und werden von einem 6 m starken Pfeiler getrennt. Auf dem Mittelpfeiler tragen zwei Stützen in V-Form die Kranbahn. Diese wird von kleinen, hochrechteckigen Öffnungen belichtet und ruht oberhalb der Wehrfelder auf flachen Segmentbögen. An einem festen, 14,9 m hohen Staubalken sind unten Grundablass-Schütze und oben bewegliche Wehrklappen montiert. Die Hohlräume innerhalb des Staubalkens dienen als Verbindungsgänge. An die Wehranlage schließt ein 40 m langes Tosbecken an. Oberwasserseitig ruht eine Fahrbahn auf den Wehrpfeilern. Im Sporn der Turbineneinläufe und der Wehrpfeiler ist ein Kontrollgang eingebaut, der sich über die gesamte Breite der Anlage erstreckt und die laufende Überwachung der Dichtigkeits- und Druckverhältnisse gestattet. Außerdem führt ein unterirdischer Gang zur Freiluft-Schaltanlage.
 
Schalthaus (Betriebsgebäude):
Das zweigeschoßige, insgesamt 110 m lange und 40 m breite Gebäude besteht aus zwei Trakten, die von Walmdächern abgeschlossen werden. Die Fassade ist glatt verputzt und besitzt hochrechteckige Fensteröffnungen. Der Kopftrakt enthält die Schaltwarte, der anschließende Trakt Büroräume und eine 25 kV-Schaltanlage, verschiedene Lager- und Betriebsräume sowie Garagen.
 
Nebengebäude:
Das Betriebsleiterwohnhaus wurde auf einer Anhöhe am rechten Ufer flussabwärts des Kraftwerks errichtet.

Etwa 300 m flussaufwärts der Freiluftanlage liegt die ehemalige, elf Zweifamilienhäuser umfassende Werkskolonie.

Krafthäuser:
Stahlbetonpfeiler tragen eine Stahlbetondecke mit Unterzügen. Für die äußere Verblendung der Sockelzone und der Gebäudekanten verwendete man Granitsteine. Bei Türen kamen sowohl Eisen- als auch Holzkonstruktionen zum Einsatz. Die Innenwände sind verputzt und gestrichen, in den Maschinensälen sind an den Pfeilern bis auf eine Höhe von etwa 2 m Fliesen angebracht, auch die Wände der Stiegenaufgänge wurden mit einem Fliesenbelag versehen. Der Bodenbelag der Maschinenhallen besteht aus roten, quadratischen Fliesen, die Stiegen besitzen Granitstufen, in der Werkstatt wurde Holzstöckelpflaster verlegt.

Wehranlage:
Die Pfeiler und der Staubalken der Wehrfelder bestehen aus Stahlbeton. Die Bahnstrecke St. Valentin - Kleinreifling wurde mit Blockschüttungen und Filterkies, sowie mit 880 Laufmeter Stützmauern gesichert. Insgesamt wurden 637.350 m³ Erdreich und Felsen bewegt, 225.550 m³ Beton und Stahlbeton verarbeitet. Man verbrauchte 11.000 t Bau- und Maschineneisen und 61.000 t Zement.

 

Turbinen und Generatoren:
Zwei Maschinensätze aus den Jahren 2002 und 2003 bestehen aus je einer vertikal eingebauten Kaplan-Turbine von Andritz mit einer Nennleistung von je 35,55 MW und einem direkt gekuppelten, von Elin montierten Dreiphasen-Synchrongenerator mit einer Nennleistung von 38 MVA. Als Hausmaschine dient eine Francis-Turbine von Andritz mit einer Ausbauleistung von 515 kW, gekoppelt mit einem 700 kVA-Generator. Ein Dieselnotstromaggregat mit 29 kW Leistung dient als Notstromversorgung für bis zu 48 Stunden.

Transformatoren:
Die beiden Haupt-Transformatoren der Firma Brown-Boveri & Cie AG besitzen eine Leistung von je 31.500 kVA und ein Übersetzungsverhältnis von 6,3/115 kV.

Hubwerke:
Die beiden von der Simmering-Graz-Pauker AG im Jahr 1948 gelieferten Maschinenhauskräne sind für eine Traglast von je 140/35/10 t ausgelegt und mit je einer Hilfskatze für 10 t ausgestattet. Durch die Kupplung der beiden Kräne kann das Transportgewicht von 268 t, das von einem Generator samt Tragkopf erreicht wird, gehoben werden. Der Oberwasser-Dammbalkenkran besitzt einen Haupthub von 70 t und Hilfshubwerke für 15 t und 10 t, der Unterwasser-Dammbalkenkran ist für 25 t Tragkraft ausgelegt.

Wehranlage:
Jedes Wehrfeld ist mit zwei je 9,0/5,1 m großen Unterschützen (Grundablässe) und einer 22,5/5,5 m großen Stauklappe ausgestattet, die von den VÖEST in Linz hergestellt wurden. Im Tosbecken sind in jeder Wehrhälfte sechs 4 m hohe, gepanzerte Störkörper zur Energievernichtung eingebaut. Durch die Wehranlage kann bei Freigabe aller Verschlussöffnungen eine Wassermenge von 3.500 m³/sec. bei Einhaltung des Stauzieles abgeführt werden.

Notverschlüsse:
Jeder Turbineneinlauf ist mit einer 7,0/7,0 m großen Schnellschluss-Fallschütze versehen, die binnen fünf Sekunden gesperrt werden kann und besitzt außerdem noch vier Dammbalken mit je 7,35 m Stützweite. Pro Turbinenauslauf sind drei Dammbalken angeordnet. Zum Abschluss jeder Wehröffnung dienen vier Wehrdammbalken. Das Stauziel liegt auf Kote 371,0 m ü. A., wobei durch den Schwellbetrieb die Kote zeitweise auf 369,0 m abgesenkt wird.