Laufkraftwerk Schärding-Neuhaus

Das VERBUND-Kraftwerk Schärding-Neuhaus ist ein Laufkraftwerk am Inn und in den Gemeinden Schärding in Oberösterreich sowie in Neuhaus in Bayern gelegen.

Technische Beschreibung 

Das Kraftwerk Schärding-Neuhaus wurde als zweites Kraftwerk der ÖBK in den Jahren 1959 bis 1961 gebaut. Das Wehr und das Krafthaus sind senkrecht zur Flussachse in einer Flucht angebracht. Die Wehranlage liegt auf der bayerischen und das Krafthaus auf der österreichischen Flussseite. Auch dieses Krafthaus ist in der am Inn üblichen Bauweise ohne Hochbau errichtet. Im Kraftwerk sind vier Kaplan-Turbinen mit senkrechter Welle installiert. Direkt auf der Turbinenwelle ist jeweils ein Drehstrom-Synchrongenerator angeordnet. Im Jahr werden so rund 542 GWh Strom erzeugt. 

Umfangreiche Naturschutzmaßnahmen

Durch den Bau des Kraftwerks und des Rückstauraums wurden einzigartige neue Lebensräume für Tier- und Pflanzenwelt durch die Wasserfläche und die neu entstandenen Verlandungszonen geschaffen. Auf österreichischer und bayerischer Seite entstand zwischen Reichersberg, der Antiesen-Mündung und Bad Füssing ein weitläufiges Vogelparadies. Hier haben seltene Vogelarten wie Nachtreiher, Purpurreiher, Zwergrohrdommel und Spießente eine neue Heimat gefunden. Gegenüber den Jahren vor der Kraftwerkserrichtung bevölkert heute eine wesentlich größere Anzahl an Brut- und Zugvögeln das Staugebiet. Zusätzlich ist außerdem auch eine Fischaufstiegshilfe beim Kraftwerk geplant. 

Auf einen Blick:

Eigentümer: Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft 
Betreiber: Grenzkraftwerke GmbH
Inbetriebnahme: 1966
Typ:  Laufkraftwerk
Region:

Deutschland, Bayern
Österreich, Oberösterreich

Gewässer: Inn
Leistung: 96 MW
Jahreserzeugung: 541.800 MWh
Turbinen: Kaplan (4)
Fischwanderhilfen:                      nein

Detailinformationen zu Geschichte, Bau und Technik

Das Kraftwerk Schärding-Neuhaus war ursprünglich bei Stromkilometer 17,7 geplant. Durch Bodenuntersuchungen erkannten die Betreiber, dass an dieser Stelle die Bauwerke am rechten Ufer auf Granit, am linken jedoch auf tertiärem Schlier gegründet worden wären. Die Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG (ÖBK) als Bauherr entschloss sich deshalb, die Lage an eine Stelle etwa 1,1 km flussaufwärts zu verlegen, an der über den gesamten Flussquerschnitt tertiärer Schlier vorhanden war. Nach dem Baubeschluss am 18. August 1958 fanden im November die wasserrechtlichen Verhandlungen statt und die Weiterprojektierung wurde an die Bauleitung übertragen.

Die Bauarbeiten begannen im Herbst 1958 mit der Schüttung eines Lagerplatzes am linken Inn-Ufer und der Errichtung einer Zufahrtsstraße. In diesem Bereich waren die Betonfabrik, Lagerhallen und Werkstätten vorgesehen. Die Errichtung der Baustelle als Enklave an der Staatsgrenze erforderte eine Umzäunung des gesamten Baustellenareals sowie die Einrichtung von Zufahrts-Kontrollposten für die Grenzpolizei. Danach wurde im Februar 1959 mit dem Umspunden der westlichen Baugrube A, in der die Wehranlage vorgesehen war, begonnen.

Südlich der Baustelle musste zur temporären Verbindung der beiden Uferseiten eine Arbeitsbrücke errichtet werden. In der Baugrube A wurden die Fundamente für den westlichen Landpfeiler und die vier Wehrpfeiler ausgehoben. Nach der Fertigstellung der vier westlichen Wehrpfeiler, die sich trotz Überflutungen bei einem Hochwasser am 13. August 1959 nicht verzögerte, wurde der Inn durch diese geleitet und am Ostufer entstand im Februar 1960 die Baugrube B. Sie umfasste den Trennpfeiler, die vier Maschinenblöcke und den Montageblock des Krafthauses.

Am Ostufer befanden sich weiters die Bauleitungen der ÖBK und der Arge, die Kantine, weitere Werkstätten und Lagerplätze. Der Bau erforderte insgesamt etwa 4,8 Mio. m³ an Erdreich-Bewegungen, um 275.000 m³ Beton und 120.000 t Granitsteine verbauen zu können. Die verwendete Menge Baustahl belief sich auf 5.700 t. Da die Schalungsarbeiten nicht gleichzeitig an zwei benachbarten Turbinenblöcken vorgenommen werden konnten, wurden die Blöcke in der Reihenfolge 1 und 4, danach 2 und als Abschluss 3 betoniert.

Im September 1960 waren die baulichen Anlagen soweit fertig gestellt, dass mit dem Einstau begonnen werden konnte. Die Flutung der Krafthaus-Baugrube erfolgte am 1. Juli 1961, danach konnte die Endmontage der Turbinen ausgeführt werden. Am 12. Oktober 1961 wurde der erste Maschinensatz in Betrieb genommen. Um den Abtransport der erzeugten Energie zu gewährleisten, musste im November die 220 kV-Leitung Jochenstein-St. Peter eingeschleift werden. Nach den Inbetriebnahmen des zweiten Maschinensatzes im November, des dritten im März 1962 konnte mit dem Andrehen des vierten Maschinensatzes am 8. Mai 1962 das Werk offiziell in Betrieb gehen. Gleichzeitig zum Kraftwerksbau wurden während der gesamten Bauzeit im Rückstaubereich Staudämme, Ufersicherungen und zwei Pumpwerke errichtet. Für die Mitarbeiter des Kraftwerks baute die ÖBK neben dem Werk eine Kolonie bestehend aus zwei Mal neun Reihenhäusern.

Mitte der 1980er-Jahre erfolgte der Zubau einer Garage an das Schalthaus, Anfang der Neunzigerjahre wurden die Werkswohnhäuser verkauft. Die zunehmende Automatisierung machte von 1996 bis 2000 den Umbau aller vier Maschinen notwendig. Seit 1999 wird das Kraftwerk betrieblich von der Grenzkraftwerke GmbH. geführt und seit 2000 von der Zentralwarte in Braunau ferngesteuert. 2005 erfolgte die bislang letzte Erweiterung des Werks in Form einer Lagerhalle im Bereich der Kranbahn-Verlängerung am österreichischen Ufer.
 

Planung: Innwerk AG, Töging
Ausführung: Arge Innstufe Schärding-Neuhaus (je eine österreichische und eine bayerische Arge)

Das Innkraftwerk Schärding-Neuhaus liegt im Becken der Redinger Au zwei Kilometer südlich von Schärding. Oberlieger-Kraftwerk ist Egglfing-Obernberg, flussabwärts folgt das Kraftwerk Passau-Ingling. Die Zufahrt erfolgt vom rechten, österreichischen Ufer über einen Zubringer der Bundesstraße Linz-Schärding.

Das Kraftwerk ist senkrecht zur Flussachse situiert und besteht aus einem am rechten Flussufer anliegenden Krafthaus und einer bis zum linken Ufer reichenden Wehranlage. Am rechten Ufer befinden sich der Krafthausanbau, das Schalthaus mit einer Freiluft-Schaltanlage sowie Nebengebäude.

Krafthaus
Das in Flachbauweise ohne Maschinenhalle ausgeführte Krafthaus beherbergt vier Hauptmaschinensätze und eine Hausmaschine. Es ist ohne dem am rechten Ufer anschließenden Montageraum an die 100 m lang und 21,30 m breit. Bei einer Gesamthöhe von mehr als 30 m ragt es im Durchschnitt 15 m über dem Spiegel des Unterwassers auf. Sein Flachdach ist in die Kraftwerksbrücke integriert. Die Unterwasser-Seite ist als Hauptansicht gestaltet. Im Unterbau befinden sich über den Ausläufern der Turbinen, die durch abgeschrägte Pfeiler getrennt sind, massive Betonmauern.

Ein auf den Pfeilern ruhender Übergang führt vom rechten Ufer zum Trennpfeiler. Darüber erhebt sich die Krafthausfassade, deren Außenmauer aus Sichtbeton eine gestockte Oberfläche aufweist. Die hochrechteckigen Fenster sind horizontal in zwei Felder unterteilt. Sie reichen nahezu über die gesamte Fassadenhöhe und belichten den dahinter situierten Hauptbedienungsgang. Die Abfallrohre sind in Ausnehmungen der Außenmauer verlegt, wobei die Kanten der der Ausnehmungen für die Abfallrohre und die Kanten der Fensterleibungen mit einem Randschlag versehen sind. Über dem Montageraum und den Maschinensätzen sind in das Flachdach Montagehauben eingebaut.

Der Hauptbedienungsgang wird von außen durch ein dreiteiliges Falttor mit integrierter Personentür an der Unterwasser-Seite des Kraftwerksanbaus erschlossen und ist gegen die Oberwasser-Seite durch eine Wand mit großformatigen Erschließungsöffnungen getrennt. Hinter diesen befindet sich am rechten Ufer ein Montageraum, der mit hochrechteckigen, zweigeteilten Fenstern und einem dreiteiligen Falttor zum Hauptbedienungsgang geöffnet ist. Anschließend folgen die Einhausungen der Maschinensätze, deren Ebenen mittels Treppenauf- und -abgänge zugänglich sind. Unmittelbar oberhalb der Generatoren befinden sich die zweiteiligen, flachen Pyramiden der Stahlhauben. Zwischen den Maschinensätzen sind auf der Ebene des Hauptbedienungsganges die Reglerräume angeordnet, die sich in ihrer ganzen Breite gegen den Gang öffnen und mit einer Betonrippendecke abgeschlossen sind. Vor dem Trennpfeiler befindet sich der Haus-Maschinensatz. An der Oberwasser-Seite der Maschinenschächte liegen der Kabelgang und der Stromschienengang.

Trennpfeiler
Der Trennpfeiler ist 6 m breit, sein lang gezogener Pfeilerfuß reicht 36 m über die Flucht der Wehrpfeiler ins Unterwasser hinein und besitzt einen halbrunden Abschluss.

Wehr
Das 145 m breite Wehr besteht aus fünf Feldern mit einer lichten Weite von je 23 m und einer Höhe von 13,70 m. Die Wehrpfeiler sind 36,45 lang, 6 m breit und 17 m hoch, an der Oberwasser-Seite halbrund, an der Unterwasser-Seite stumpf abgeschlossen. In Nischen im Mittelteil der Wehrpfeiler befinden sich die Auflager für die Wehrverschlüsse, oberwasserseitig eingefügte Nischen dienen als Führungen für die Notverschlüsse. Die sechs quaderförmigen Windenhäuser sind mit flach geneigten Walmdächern gedeckt und besitzen raumhohe, in Stahlprofile eingelassene Verglasungen mit Felderteilungen.

Kraftwerksbrücke
Die Kraftwerksbrücke wird von zwei Portalkränen bestrichen und ist an der Unterwasser-Seite mit einem Übergang ausgestattet. Oberwasserseitig ist die Bühne für die Rechenreinigungs-Maschine situiert. Die Kranbahn-Verlängerung am linken Ufer wird von Pfeilern gestützt, die mit schalreinen Betonwänden ausgefacht sind. Am linken Ufer ist unterwasserseitig ein Dammtafel-Lagerplatz und an der Oberwasser-Seite an beiden Ufern eine Dammbalken-Lagergrube angeordnet.

Krafthausanbau
In Fortführung des Krafthauses und des Montageplatzes schließt am rechten Ufer der zweigeschoßige Krafthausanbau an, der Werkstätten, Lager, Büros und Sozialräume enthält. Über seinem Flachdach wird die Bahn der Portalkräne weiter geführt. Seine Fassadengestaltung setzt die Unterwasser-Ansicht des Krafthauses mit der Reihung von hochrechteckigen Fensteröffnungen fort und erzeugt damit nach außen den Eindruck eines einzigen Geschoßes. Tatsächlich reichen die Fenster jedoch über die Zwischendecke hinweg und belichten beide Geschoße.

Schalthaus
Oberwasserseitig ist am rechten Ufer parallel zur Krafthausachse frei stehend das Schalthaus angeordnet, das neben der Warte auch Werkstätten und Büroräume enthält. Das über rechteckigem Grundriss errichtete, lang gestreckte, zweigeschoßige Gebäude ist mit einem flachen Walmdach gedeckt, seine Außenflächen sind mit Strukturputz überzogen und weiß gestrichen. Im Erdgeschoß sind die Fenster quadratisch, im Obergeschoß hochrechteckig dimensioniert. Die Sohlbänke aus Beton sind an den Kanten geriffelt. Im Bereich des Stiegenhauses ist die Fassade nahezu über die gesamte Höhe verglast. Die zweiflügelige Eingangstür führt in ein Foyer mit dreiarmigem Stiegenlauf. Die südliche Wand des Obergeschoßes ist im Stiegenhausbereich ebenfalls verglast, wobei eine in die Glasfelder integrierte Tür die erhöht liegende, südlich anschließende Freiluft-Schaltanlage erschließt. Westlich des Stiegenhauses befindet sich der Befehlsraum der Warte.

Nebengebäude
Im rechten Winkel zum Schalthaus schließt das zweigeschoßige Bauhof-Gebäude an, das ähnlich dem Schalthaus gestaltet ist und im Erdgeschoß Garagen, im Obergeschoß Werkstätten beherbergt. Im Erdgeschoß waren außerdem die Räume der Zollwache untergebracht.

Südlich der Freiluft-Schaltanlage befinden sich die zwei Reihenhäuser der ehemaligen Werkskolonie St. Florian, die aus je zehn Wohneinheiten mit 100 m² Wohnnutzfläche bestehen.

Auf der bayerischen Seite wird der etwa 16,50 m lange Rückstauraum durch den Neuhauser Damm auf einer Länge von etwa 14 km begrenzt und durch zwei Pumpwerke entwässert. Auf österreichischer Seite erfolgt die Begrenzung durch ein Hochufer, das nur an einigen Stellen durch Dämme ergänzt wird. Zwischen Reichersberg, der Antiesen-Mündung und Bad Füssing entstand ein etwa 5 km langes Schutzgebiet für seltene Vogelarten.
 
Die Gründung des Kraftwerks erfolgte auf Flinz, einer Schicht wasserundurchlässigen Schliers.

Krafthaus
Der Unterbau des Krafthauses ist als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt, wobei die Maschinensätze in je 23,5 m breite Maschinenblöcke eingebaut sind, die voneinander mittels durchgehender Fugen getrennt werden. Die Hochbauteile wurden mit Stahlbeton-Stützen,Trägern und Decken, sowie mit Außenmauern aus Stahlbeton ausgeführt. Die Montagedeckel bestehen aus zweiteiligen, auf Schienen verschiebbaren Stahlhauben. Türen und Fenster besitzen Aluminiumrahmen, im Inneren des Hauptbedienungsganges sind die Fenster mit Bänken aus rotem Terrazzo ausgestattet, die Böden wurden überwiegend mit bräunlichen Kunststeinplatten belegt.

Wehr
Die Wehrsohlen bestehen aus Stahlbetonplatten, auch ihre in den Schliergrund reichenden Sporne und die Wehrpfeiler sind in Stahlbeton ausgeführt. Die unteren Teile der Wehrschützen-Nischen und der Oberwasser-Dammbalkennischen sind bis zur Höhe von 1,50 m, die unterstromigen Pfeilerköpfe bis 2,5 m hoch mit Blech gepanzert. Teile der Wehrsohlen und die Übergänge zum Tosbecken sind mit Granitquadern abgedeckt. Auf den betonierten Pfeilern ruhen die Windwerkshäuser mit den Windwerken, die über einem Sockel aus Granitsteinen als genietete Stahlkonstruktionen mit Strukturglasfeldern in Stahlrahmen und Dächern aus Stahlblechen ausgeführt wurden.

Kraftwerksbrücke
Auf den Wehrpfeilern ruhen Stahlträger, die den Kransteg tragen. Die Kranbahnverlängerung ist als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt.

Krafthausanbau und Schalthaus
Der Krafthausanbau ist wie das Krafthaus aus Stahlbeton hergestellt und mit den gleichen Materialien gestaltet.

Schalthaus
Der ausgefachte Stahlbeton-Skelettbau mit Ausfachungen ist verputzt und gestrichen, seine einflügeligen Fenster mit Sohlbänken aus Beton sind mit Aluminiumrahmen aus der Erbauungszeit und überwiegend mit Doppelverglasungen ausgestattet, die Eingangstüren besitzen ebenfalls Aluminiumrahmen. Die Böden des Foyers und die Treppenstufen sind mit verschiedenfarbigen Terrazzoplatten gestaltet.

Die befestigten Oberflächen im Kraftwerksgelände sind zum Teil mit Granit-Kleinsteinpflaster belegt. Die Stiegenläufe im Freien sind aus Granitsteinen gefertigt.
 
Turbinen und Generatoren
Vier Kaplan-Turbinen mit vertikaler Welle und einer Höchstleistung von 24,8 MW wurden von einer Arge aus Voith Heidenheim und Voith St. Pölten hergestellt. Die vier direkt gekuppelten Drehstrom-Synchrongeneratoren der Siemens-Schuckertwerke AG Berlin verfügen über eine Nennleistung von 30 MVA. Der schwerste Einzelteil des Kraftwerks, das Polrad des Generators, wiegt 175 t, der Stator 90 t.

Transformatoren
Der erzeugte Strom wird durch zwei Hochspannungs-Haupttransformatoren von Elin aus Weiz von 10,5 kV auf 220 kV hochgespannt und über eine Einschleifung der Leitung Jochenstein - St. Peter in das öffentliche Netz abgegeben. Die Eigenbedarfsversorgung (EB) des Werks sichert einerseits die Entnahme von den Hauptgeneratoren und Umspannung mittels eines 1.250 kVA-EB-Transformators von 10,5 kV auf 400 V, andererseits eine zusätzliche 30 kV-Einspeisung von der Energie AG Oberösterreich.

Wehranlage
Fünf Wehrfelder mit je 23 m lichter Weite sind mit Doppel-Haken-Schützen mit je 13,7 m Verschlusshöhe ausgestattet. Die gesamte Wehranlage wurde aufgrund der ähnlichen hydraulischen Voraussetzungen baugleich mit Braunau-Simbach ausgeführt. Lediglich die in Braunau verwendeten Nietverbindungen wurden durch eine vollgeschweißte Konstruktion ersetzt. Der Antrieb der Schützen erfolgt über Wehrketten, die durch Elektromotoren angetrieben werden. Die Stromversorgung der Wehrantriebe erfolgt über ein redundantes System vom Werk aus, für den Ausfall dieses Systems steht ein 120 PS-Notstrom-Dieselaggregat mit 96 kW Leistung bereit.

Hubwerke
Als Hubgeräte dienen über dem gesamten Werk zwei Portalkrane der Würzburger Firma Noell mit Hubwerken zu 50/20 t, 8 t, 5 t und 3 t Traglast. Sie dienen unter anderem zum Setzen der Dammbalken für den Oberwasser- und Unterwasserbereich der Wehranlage und des Turbinenteils. Diese Dammbalken sind baugleich mit den Balken des Kraftwerks Passau-Ingling und können somit im Revisionsfall auch dort eingesetzt werden. In der Montagehalle wurde ein 5 t-Brückenkran von der Firma Frisch eingebaut.

Pumpwerke
Im Rückstauraum sorgen zwei Pumpwerke auf der österreichischen Seite für die Rückleitung von Sickerwässern von der Luftseite der Dämme in den Staubereich. Beide Werke sind mit je drei Pumpen von MAN ausgestattet, wobei die Anlage in Gstötten 3 x 92 kW, die Anlage in Gurten 3 x 58 kW Leistung benötigt.
 

Querschnitte des Kraftwerks:

VERBUND-Kraftwerk Schärding-Neuhaus Querschnitt Krafthaus
Querschnitt: Kraftwerk Schärding-Neuhaus Krafthaus
VERBUND-Kraftwerk Schärding-Neuhaus Querschnitt Wehr
Querschnitt: Kraftwerk Schärding-Neuhaus Wehr