Laufkraftwerk Töging

Das VERBUND-Kraftwerk Töging ist ein Kanalkraftwerk am knapp 23 km langen Innkanal in der Stadt Töging in Bayern.

Technische Beschreibung

Der Spatenstich für das älteste und architektonisch wohl wertvollste Kraftwerk am Inn erfolgte 1919. Gebaut wurden die Wehranlage, ein 20 km langer Oberwasserkanal und das Kraftwerk mit dem 2,8 km langen Unterwasserkanal. Die Anlage ist als Kanalkraftwerk konzipiert, weil der Bau des Kanals eine Fallhöhe von rund 30 m am Standort Töging ermöglichte, die für den wirkungsvollsten Einsatz der damals zur Verfügung stehenden Francis-Turbine erforderlich war. Das Kraftwerk erzeugt jährlich rund 565 GWh Strom und auch eine Fischaufstiegshilfe ist in Planung. 

Informationen über das Projekt Erneuerung Töging finden Sie hier.

Weiterführende Informationen 

Das Kanalkraftwerk besteht aus einem Wasserschloss, 15 Druckrohren und dem Krafthaus mit 15 Francis-Turbinen. Die Kraftwerksanlage liegt im Stadtgebiet von Töging, nahe der Stadt Mühldorf am Inn in Oberbayern.

Das Kraftwerk Töging ist als Kanalkraftwerk konzipiert, weil der Kanal eine Gefällszusammenlegung ermöglichte, die für den wirkungsvollsten Einsatz der damals zur Verfügung stehenden Francis-Turbinen erforderlich war. Es zählte seinerzeit zu den größten Wasserkraftanlagen Mitteleuropas und stellte eine Pionierleistung des Kraftwerkbaus dar. 

Die Stauanlage Jettenbach staut den Inn 8 km zurück, bis zur Faulbachmündung 1 km unterhalb Gars. Das Staugebiet wird größtenteils durch natürliche Flussufer aus Moränenschotter begrenzt, nur im unteren Teil mussten die Staudämme Fraham und Jettenbach geschüttet und ein Pumpwerk gebaut werden.

Das Wehr ist auf rund 4.000 m3/s ausgelegt, die höchste bekannte Wassermenge beträgt 2.940 m3/s und wurde 2005 erreicht.

Der 20 km lange Oberwasserkanal beginnt mit einem 300 m langen und 125 m breiten Reinigungsbecken, in dem sich bei Verringerung der Fließgeschwindigkeit das mitgeführte Material ablagern sollte.

Zur Erhöhung der Dichtigkeit und Verminderung der Rauhigkeit wurde der Kanal, der sich nach 6 km von 52 m auf 30 m Wasserspiegelbreite bei 8 m Tiefe verengt, mit Beton ausgekleidet. Die durchschnittliche Wassergeschwindigkeit bei möglichst geringem Gefälleverlust beträgt 2.0 m/s.

Der Untergrund beim Einlaufbauwerk in Jettenbach und beim Kraftwerk an der Innterrasse in Töging ist mit wechselnder Dichte alluvialer (nacheiszeitlicher) Kies und Sand und darunter tertiärer Flinz, der sehr hart und wasserundurchlässig ist.

Bis 1996 wurde das durch den Kanal geführte Wasser d im Wasserschloss auf die 15 Druckrohre der Rohrbahn am Hang verteilt.

Die im Kraftwerk aufgestellten 15 Francis-Stirnkesselturbinen mit waagerechter Welle trieben ursprünglich acht Drehstromgeneratoren und sieben Gleichstromgeneratoren an. Während die von den Gleichstromeinheiten erzeugte Energie direkt über Stromschienen in das Ofenhaus 1 der VAW gelangte, floss die von den Drehstromeinheiten erzeugte Energie über eine Kabelbrücke zum 6 kV-Schalthaus und von da zu Gleichrichtern bei den Ofenhäusern II und III.

Mit der Einstellung der Aluminiumproduktion im Jahr 1996 wurden wurden sechs der sieben Gleichstromgeneratoren auf Drehstrom umgerüstet, ein Gleichstommaschinensatz wurde stillgesetzt, so dass derzeit nur noch 14 Fallrohre mit Wasser beaufschlagt werden. Die elektrische Energie wird seither in das regionale 110 kV-Netz eingespeist.

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Innkraftwerke GmbH
Betreiber: VERBUND Innkraftwerke GmbH
Inbetriebnahme: 1924
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Deutschland, Bayern
Gewässer: Inn
Leistung: 85,3 MW
Jahreserzeugung: 564.600 MWh
Turbinen: Francis (14)
Fischwanderhilfen:                      in Planung

Querschnitte des Kraftwerks:

VERBUND-Kraftwerk Töging Querschnitt Krafthaus
Querschnitt: Kraftwerk Töging Krafthaus