Laufkraftwerk Wasserburg Triebwerk

Das VERBUND-Innkraftwerk Wasserburg wurde 2009 mit einem zusätzlichen Triebwerk erweitert. Die E.ON Wasserkraft optimierte damals die Kraftwerksanlage mit einer 5 MW-Turbine, die seitdem wertvollen sauberen Strom aus bayerischer Wasserkraft erzeugt.

Das Triebwerk Wasserburg wurde 2008 bis 2009 als rezente Erweiterung des 1935–38 errichteten Innkraftwerks Wasserburg geplant. Die Ausbauleistung beträgt 5 MW. Im Regeljahr können 42,9 GWh erzeugt werden. Das neue Triebwerk brachte nicht nur eine Effizienzsteigerung mit sich, sondern – im Zuge der Baumaßnahmen – auch eine Neugestaltung des Unterwassergerinnes in Zusammenarbeit mit der ökologischen Baubegleitung.

Nach der Planungsphase durch das Ingenieurbüro EDR aus München begannen 2008 die Arbeiten durch die Bauunternehmung Max Bögl aus Neumarkt mit dem Setzen der Spundwände zur Wasserfreihaltung der Baugrube am rechten Inn-Ufer. Nach nur einjähriger Bauzeit nahm das Triebwerk im Sommer 2009 seinen Betrieb auf. 

Das Triebwerk Wasserburg wurde am rechten Innufer neben dem Kraftwerk Wasserburg zwischen Fischtreppe und Landfeld errichtet. Den im Grundriss quadratischen Hochbau betritt man auf halber Höhe über eine Treppe, die zwischen altem und neuem Werk vom Unter- zum Oberwasserniveau führt. Die Maschinenhalle wird von der Unterwasserseite durch zwei schmale, querrechteckige Fenster belichtet und verfügt über eine Einbringöffnung im Dach. Im Untergeschoß befindet sich die Kaplan-PIT-Turbine, die von der Maschinenhalle durch einen Stahlbetondeckel getrennt wird. Betriebs- und Steuerungsräume wurden an der Oberwasserseite des Gebäudes untergebracht. Im Außenbereich ergänzt ein unterwasserseitig angebautes Flugdach zur Materiallagerung die baulichen Anlagen des Kraftwerks.

Das Triebwasser wird dem Oberwasser des Hauptkraftwerks über ein 11 m breites Einlaufbauwerk entnommen und nach der Turbine wieder in den Inn zurückgeführt. Das Triebwerk Wasserburg dient als Hauptturbine, die bei höherem Wasserdargebot durch die Maschinen des alten Innkraftwerks Wasserburg ergänzt wird.

Das gesamte Kraftwerk ist konstruktiv in Ortbeton ausgeführt; als Flachdach dient eine vom Oberwasser aus begehbare Stahlbetonplatte. Wände und Decken sind im Inneren großteils mit Schallschutzplatten verkleidet.

Die Anlage Wasserburg-Triebwerk tritt gestalterisch kaum in Erscheinung und wurde gezielt mit Abstand neben das historische Kraftwerk Wasserburg aus den 1930er-Jahren gesetzt. Aus architektonischer Sicht ist das Werk zwar durchaus als positiver Beitrag zum Umgang mit historischer Bausubstanz zu werten, aus baukünstlerischer Sicht kommt der Anlage aber nur eine untergeordnete Bedeutung zu. 

Im Krafthaus befindet sich eine vierflügelige Kaplan-PIT-Turbine der Andritz VA Tech Escher Wyss GmbH. mit einem Durchmesser von 3,65 m. Sie erzielt eine Leistung von 5 MW, was einen Wirkungsgrad von 94,4 % darstellt. Gekuppelt ist sie mit einem 5,55-MVA-3-Phasen-Synchrongenerator von Elin EBG mit einer Nennspannung von 6,3 kV. Das Gesamtgewicht von Ständer und Polrad beträgt ca. 27 t, das des Turbinenlaufrads 11 t. Die Maschinenhalle ist mit einem Deckenkran mit Laufkatze von Konecranes ausgestattet.

Querschnitte des Kraftwerks:

VERBUND-Kraftwerk Wasserburg Triebwerk Querschnitt Krafthaus
Querschnitt: Kraftwerk Wasserburg-Triebwerk Krafthaus

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Innkraftwerke GmbH
Betreiber: VERBUND Innkraftwerke GmbH
Inbetriebnahme: 2009
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Deutschland, Bayern
Gewässer: Inn
Leistung: 5,0 MW
Jahreserzeugung: 42.900 MWh
Turbinen: Kaplan 
Fischwanderhilfen:                      in Bau