Energiespeicher Riedl- Partner der Energiewende

VERBUND plant – über die Donaukraftwerk Jochenstein AG – ein unterirdisches Pumpspeicherkraftwerk im Grenzgebiet zwischen Bayern und Oberösterreich.

Der Energiespeicher Riedl ist Baustein einer nachhaltigen Energiezukunft und liefert bei Bedarf umweltfreundlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Der Energiespeicher ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in Niederbayern und liefert einen essentiellen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Zwischen den Ortsteilen Gottsdorf und Riedl wird ein Speichersee angelegt, der Triebwasserweg wird komplett unterirdisch errichtet und nicht sichtbar sein. Zwei Pumpturbinen mit einer Leistung von je 150 Megawatt (MW) werden nun in Schachtkraftwerkbauweise auf dem bestehenden Kraftwerksgelände installiert. Das Ein- und Auslaufbauwerk des Energiespeichers Riedl wird auf dem Trenndamm ebenfalls auf dem Betriebsgelände des Kraftwerks Jochenstein errichtet.   

Projektgebiet Energiespeicher Riedl
Projektgebiet Energiespeicher Riedl und Donaukraftwerk Jochenstein

Das Genehmigungsverfahren für das Projekt  Energiespeicher Riedl befindet sich vor der mündlichen Erörterung.

Termine:    

22.08.2016  Ende der Einwendungsfrist

Nächster Verfahrensschritt: Mündlicher Erörterungstermin.

Die Berichte und Pläne für beide Projekte sind auch auf der Internetseite des Landkreises Passau einsehbar.

Projektinformationen

Maschinenleistung 2 x 150 MW 
Maschinensätze 2 x Pumpturbine 
 Fallhöhe 350 m
Durchfluss Turbinenbetrieb 100 m³/s 
Durchfluss Pumpbetrien 80 m³/s 
Gesamtinvestition  350 Mio € 
 Inhalt Speichersee 4,2 Mio m³ 
 Seefläche 24 ha 
Maximale Spiegelschwankung im Speichersee 20 m 
Energieinhalt  3.500 MWh
Mittlerer Donaudurchfluss 1.430 m³/s

Die Planung und Realisierung erfolgt unter größtmöglicher Vermeidung von negativen Einflüssen auf die Bevölkerung und die Umwelt sowie nach dem Stand der Technik und höchsten Sicherheitsstandards. 

So befinden sich zum Beispiel die Wasserwege, die Kraftstation und die Energieableitung vollständig unter der Erde. Das Kraftwerk Jochenstein und der Stauraum des Kraftwerks Aschach werden in ihrer bestehenden Form nicht verändert. Im direkten Dialog mit der lokalen Bevölkerung werden die Planung und der Bau realisiert werden. Schonende Bauweisen und Ausgleichsmaßnahmen werden die ökologischen Werte des sensiblen Projektgebiets bewahren.

Für die Region bietet das Projekt Vorteile in mehrerer Hinsicht:

Wirtschaftsimpuls

Das Investitionsvolumen von ca. 350 Mio. Euro (Preisbasis 2009) trägt zur regionalen Stärkung der Wirtschaft bei. Erfahrungsgemäß verbleiben rund 30% der Wertschöpfung in der Region. Der Kraftwerksbetrieb und die Instandhaltung sichern bestehende und schaffen neue Arbeitsplätze sowie jährliche Aufträge für regional ansässige Klein- und Mittelbetriebe.

Aufwertung der Region

Ein Bündel an ökologischen Maßnahmen wie die Errichtung von Biotopen und Grünanlagen sowie nach den Wünschen der Bevölkerung angelegte Wege rund um den Speichersee sollen ein neues Naherholungsgebiet bieten.

Zusätzlich ist im Bereich Jochenstein eine umweltnahe Fischwanderhilfe entlang der Kreisstraße PA 51 zwischen der Ortschaft Jochenstein und dem Kraftwerk geplant.

Mit diesem Infrastrukturprojekt sind Aus- und Rückwirkungen auf die regionale Entwicklung der Gemeinde Untergriesbach zu erwarten. Aus diesem Grund werden im Rahmen einer Regionalstudie verschiedene Aspekte der örtlichen und regionalen Entwicklung untersucht und mögliche Synergieeffekte dargestellt sowie Ausgleichsmaßnahmen erarbeitet, mit Fokus auf Tourismus, Landwirtschaft, Raumplanung und Verkehr.

Volkswirtschaftliche Studie

Die Universität Passau und das Münchner ifo Institut für Wirtschaftsforschung haben am Donnerstag, 4. November 2010, die Ergebnisse der volkswirtschaftlichen Studie zum geplanten Energiespeicher Riedl nahe dem Donaukraftwerk Jochenstein vorgestellt. Untersucht wurden die volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts auf Deutschland, Bayern, Niederbayern und Passau. Die Ergebnisse zeigen, dass das Zukunftsprojekt eine erhebliche und dauerhafte Stärkung der Wirtschaftskraft besonders für Niederbayern und den Raum Passau bewirkt. Auf österreichischer Seite wurde ebenfalls eine volkswirtschaftliche Studie in Auftrag erstellt.

Der Standort für den Energiespeicher bietet zahlreiche Vorteile. Dazu zählt die Tatsache, dass der Speicher als Erweiterung des bestehenden Donaukraftwerks Jochenstein auf eine vorhandene Infrastruktur zurückgreifen kann. Dazu gehören nicht nur die baulichen Anlagen wie Büros, Werkstätten und Schaltanlagen, sondern auch das hochqualifizierte und betriebserfahrene Personal. Bestehende Straßen und die Möglichkeit des Materialtransportes per Schiff bieten die Chance, die Errichtung und den Betrieb besonders umweltschonend durchzuführen. Für den Energietransport kann die bestehende 220 kV-Hochspannungsleitung genutzt werden, so dass kein Leitungsneubau erforderlich ist.

Erste geologische Erkundungen gehen zurück bis ins Jahr 1954 und es folgten noch weitere in den Jahren 1977 und 1984. Erkundungsbohrungen im Talboden von Jochenstein im Juli 2010 und ein ausgedehntes Bohrprogramm mit Labor und Feldversuchen trugen zur weiteren Verdichtung des Untersuchungsnetzes bei. Untersucht werden dabei die geologischen, geotechnischen und hydrogeologischen Verhältnisse des Baugrunds. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse zeigten alle eine ideale Eignung des anstehenden Baugrunds.

Das harte Gestein (Gneis) des Bergmassivs vor Ort, die natürliche Geländemulde in Riedl-Gottsdorf in unmittelbarer Nähe zur Donau und zum Kraftwerk Jochenstein sowie die nutzbare Höhendifferenz ermöglichen einen sicheren Betrieb des Energiespeichers.

Erläuterung: 
Geologie: Untersuchung des Aufbaus, Struktur und Zusammensetzung des Baugrunds
Geotechnik: Einfluss von Bauwerken auf den Baugrund 
Hydrogeologie: Wasser im Baugrund (Fels)

 

Die Gemeinde Untergriesbach im Landkreis Passau besteht aus 105 Ortsteilen, darunter die betroffenen Ortsteile Gottsdorf, Jochenstein und Riedl. Insgesamt hat die Gemeinde Untergriesbach 6.000 Einwohner, davon entfallen 500 auf die Anrainerorte. Die natürliche Geländemulde zwischen den Orten Gottsdorf und Riedl eignet sich ideal für den Bau des Speicherbeckens. Mit einem Minimum an Massenbewegung kann der Speichersee geschaffen werden, der sich harmonisch in die Geländemulde einfügt. 

Der Donauort Jochenstein mit seiner anschließenden ehemaligen Werkssiedlung liegt auf der „Sonnenseite“ des Donautals. Einst in der etwas abgelegenen Ecke Ostbayerns liegend ist der Ort seit der Öffnung der inneuropäischen Grenzen beliebte Raststation und Ausgangspunkt für Rad- und Wanderausflüge in das Donautal. Das unmittelbar bei der Kraftwerkseinfahrt auf Kraftwerksgrund errichtete „Haus am Strom“ bietet sowohl Bildung und Information, als auch eine touristische Belebung der Region. Die Anordnung des neuen Kraftwerks in Form eines Schachtkraftwerks am Donauufer und die Führung des Ein-und Auslaufbauwerks als unterirdischer Stollen wird die landschaftliche Schönheit erhalten und das touristische Angebot zusätzlich bereichern.

Projektfilm Energiespeicher Riedl

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