Laufkraftwerk Gars

Das Kraftwerk Gars ist ein Laufkraftwerk am Inn in der gleichnamigen oberbayerischen Gemeinde.

Mann in der Küche

1.548 Haushalte 

versorgt das Kraftwerk Enns

Umweltbewusst

5.170 vermiedene
Tonnen CO2*

In Gars wurde 2015 eine naturnahe Fischwanderhilfe in Betrieb genommen. Die Fische nahmen die Einrichtung sofort an, vor allem der Huchen, der größte heimische Fisch, nutzte die Fischwanderhilfe sogleich als Laichplatz.

Das Kraftwerk Gars wurde 2013 mit dem Neubau des Triebwerks Gars erweitert. Mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro erzeugt das Kraftwerk nun zusätzliche 13,5 Mio. Kilowattstunden (KWh) aus erneuerbarer Wasserkraft.
 

*Quelle: ENTSO-E Erzeugung 2017

Bild zum Standort

Eigentümer VERBUND Innkraftwerke GmbH
Betreiber VERBUND Innkraftwerke GmbH
Inbetriebnahme 1938
Typ Laufkraftwerk
Land Deutschland
Region Bayern
Gewässer Inn
Leistung 25 MW
Jahreserzeugung 125.640 MWh
Turbine Kaplan
Durchgängigkeit Fischwanderhilfe
Jedes Wasserkraftwerk am Inn besteht aus:
  • dem Maschinenhaus mit den Turbinen,
  • den Wehrfeldern zur Hochwasserabfuhr,
  • den Dämmen und Deichen für den begleitenden Hochwasserschutz
  • und - wenn die Binnenentwässerung durch die Dämme unterbrochen wurde - aus Pumpwerken und Gräben, die die landwirtschaftliche Nutzung wie vor dem Staustufenbau gewährleisten. 
Die VERBUND-Wasserkraftwerke am Inn sind also nicht nur Anlagen zur Stromerzeugung, sondern verbessern auch den Hochwasserschutz in der Region. Ein weiterer Fokus von VERBUND liegt auf der Verbesserung der ökologischen Gegebenheiten an den Standorten beziehungsweise die Wiederherstellung von natürlichen Flusslandschaften. Dafür setzen wir zahlreiche Maßnahmen, wie:
  • Herstellung der Durchgängigkeit mit Fischwanderhilfen,
  • Gewässerstrukturierungen,
  • Anbindung von Seitengewässern. 

Um die Lebensräume für Fische mit allen ihren Habitatsansprüchen – vom Laich bis zum ausgewachsenen Exemplar - zu gewährleisten wird zusätzlich ein Kiesbankmanagement im naturnahen Fischpass oder unterhalb der Staustufe durchgeführt. Eine weitere wichtige Komponente für den langfristigen Erhalt der Fischfauna ist die Aufrechterhaltung der Sedimentdurchgängigkeit mit Sedimentmanagement, einem Thema der EU –Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) für den Arterhalt im vom Menschen überformten Fluss.

Im Jahr 2015 wurde eine ca. 680 m lange naturähnliche Fischwanderhilfe am Kraftwerk Gars errichtet. Vielfältige Laichplatzstrukturen im Nebengewässer und künstliche Uferstrukturen sorgen für optimale Laichbedingungen. Ein nachhaltiges Laichplatzmanagement (vor allem im Bereich Gars-Nasenbach) soll die Erreichbarkeit der Laichplätze besonders zur Laichzeit garantieren. Besondere Beachtung finden dabei die Ansprüche von Huchen, Äschen und Nasen. Ebenso sorgt ein aktives Habitatsmanagement für ein Funktionieren der Fischwanderhilfe. Die Fischhabitate werden analysiert und Verbesserungspotenziale aufgezeigt.
 
Fischpopulationen des Inns sind keine Langdistanzwanderer wie Lachs und Aal, sondern benötigen die im Jahresverlauf für ihr Überleben und ihre Fortpflanzung notwendigen Bedingungen in kurzen Distanzen. Die Erreichbarkeit von Laichplätzen, Lebensraum für Jungfische und geeignete Nahrungshabitate sind dafür ebenso notwendig wie verschiedene Lebensräume für Hochwasser- und Winterstände. 
 

Das Krafthaus und das am rechten Ufer liegende Wehr überspannen den Inn, ein Anbau und ein Schalthaus befinden sich landseitig angeschlossen an das Krafthaus.

Krafthaus: Das Werk ist mit fünf vertikalachsigen Kaplan-Turbinen ausgestattet. Jede Turbine ist 3,9 m im Durchmesser und erzielt eine Leistung von 4.800 kW. Die genutzte Fallhöhe beträgt 7,4 m. Über den Turbinen sind 50-Hz-Drehstrom-Synchrongeneratoren mit einer Nennleistung von 5.000 kVA bei einer Spannung von 6,3 kV angeordnet.

Wehr: Im Gegensatz zum Krafthaus, das in Flachbauweise errichtet wurde, ragen wehrseitig fünf dominante Windwerkstürme mit Wehrbrücken auf, die die elektromechanischen Kettenhubwerke für die vier 17 m breiten Wehrfelder mit Hakendoppelschützen aufnehmen.

Mit zwei 16-MVA-Leistungstransformatoren wird die erzeugte Energie von 6,3 kV auf 110 kV umgespannt. 

 

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