Laufkraftwerk Nussdorf

Das Kraftwerk Nussdorf ist ein Laufkraftwerk am Inn und im Gemeindegebiet Nussdorf am Inn gelegen.

Technische Beschreibung 

Das Kraftwerk Nussdorf wurde zwischen 1979 und 1982 erbaut. Der Bautyp Pfeilerkraftwerk kam mit seiner Plattengründung dem Erfordernis einer möglichst gleichmäßigen Belastung der erosionsempfindlichen Seetonablagerungen besonders entgegen. Die zwei Turbinenpfeiler und die drei Wehrfelder sind jeweils abwechselnd in einer Längsachse quer zum Fluss angeordnet. Die Turbinenpfeiler enthalten je eine Kaplan-Turbine mit stehender Welle und je einen Schirmgenerator. So werden im jährlichen Durchschnitt rund 246 GWh Strom erzeugt.

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND, Innwerk AG 
Betreiber: Grenzkraftwerke GmbH
Inbetriebnahme: 1982
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Deutschland, Bayern
Gewässer: Inn
Leistung: 48 MW
Jahreserzeugung: 245.800 MWh
Turbinen: Kaplan (2)
Fischwanderhilfen:                      nein

Weitere Informationen

Die Stufe Nußdorf liegt zwischen Samerberg und Wendelstein im ehemaligen Gletschersee des Rosenheimer Beckens. Die Staustufe gründet deshalb in dem unter dem Flußkies anstehenden Seeton. Der Bautyp Pfeilerkraftwerk kam mit seiner Plattengründung dem Erfordernis einer möglichst gleichmäßigen Belastung der erosionsempfindlichen Seetonablagerungen besonders entgegen. 

Zwei 25 m breite Turbinenpfeiler und drei 18 m breite Wehrfelder sind jeweils abwechselnd in einer Achse quer zum Fluß angeordnet und mit einer zweigeteilten Sohle gegründet. Die Wehröffnungen werden durch 12 m hohe, ölhydraulisch angetriebene Drucksegmentschützen mit aufgesetzter Klappe verschlossen. 

Beiderseits des im vorigen Jahrhundert begradigten Flusses verlaufen die aus Sand und Kies geschütteten bis zu 7,50 m hohen Stauhaltungsdämme, die nach 7 km am linken bzw. 9 km am rechten Ufer auslaufen und mit einer Oberflächendichtung aus Beton versehen sind. Die Kiesschicht, auf der die Dämme gegründet sind, wird durch eine Schmalwand abgedichtet. Das Landschaftsbild blieb weitgehend erhalten.

Die Wiederbelebung der durch die Flußeintiefung trockengefallenen Altwasserarme, die durch die Grundwasseranhebung nach dem Einstau zu Feuchtgebieten geworden sind, brachte eine Annäherung an die frühere Flußökologie.
 
Der Standort des Kraftwerkes wurde unter Berücksichtigung älterer Planungen - einem Dreistufen-Projekt für die Reststrecke von Rosenheim bis Oberaudorf aus dem Jahre 1953 - und durch Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen bestimmt, wobei die Entscheidung für die Zusammenfassung der früher geplanten Stufen Neubeuern und Windshausen zu einer großen Staustufe bei Nußdorf fiel. 

Die Standortwahl wurde durch das Ergebnis der Untergrunduntersuchungen gestützt, die an der vorgesehenen Sperrenstelle undurchlässigen Feinsand ergaben, der geologisch zu den Seetonablagerungen des Rosenheimer Beckens gehört. 

Durch die Staustufe Nußdorf wird der Inn auf eine Länge von 12,3 km aufgestaut, wobei der Stau auch die österreichisch-bayerische Grenzgewässerstrecke beeinflußt. 

Der Ausbau der Grenzgewässerstrecken wurde durch das Regierungsübereinkommen vom Oktober 1950 der Österreichisch-Bayerischen Kraftwerke AG (ÖBK) übertragen. Deshalb wurde die Innstufe Nußdorf gemeinschaftlich von Innwerk und ÖBK errichtet. Die Betriebsführung obliegt der Innwerk AG.
 
Die Innstufe Nußdorf besteht aus dem Kraftwerk sowie den nach oberstrom anschließenden Stauhaltungsdämmen.

Wie die vor Nußdorf errichtete Stufe Perach ist die Anlage als Pfeilerkraftwerk konzipiert, wobei drei Wehrfelder und zwei Turbinenpfeiler jeweils abwechselnd in der Längsachse angeordnet sind. 
Die Turbinenpfeiler erhalten je eine Kaplanturbine mit stehender Welle und Schirmgenerator. Die Wehröffnungen sind durch Drucksegmentschützen mit aufgesetzter Klappe verschlossen; sie werden durch ölhydraulische Hubzylinder angetrieben.

Unmittelbar an das Kraftwerk anschließend beginnen die nach oberstrom führenden Dämme mit einer Höhe von 7,5 m. Die Dammhöhe verringert sich nach oberstrom gleichmäßig und läuft bei lnn-km 205 am linken bzw.2O7 am rechten Ufer aus. Die Abdichtung der Dämme erfolgt durch Böschungsbeton, der Anschluß an
den undurchlässigen Untergrund durch eine Schmalwand. 
 

Querschnitte des Kraftwerks:

VERBUND-Kraftwerk Nussdorf am Inn Querschnitt Krafthaus
Querschnitt: Kraftwerk Nussdorf Krafthaus
VERBUND-Kraftwerk Nussdorf am Inn Querschnitt Wehr
Querschnitt: Kraftwerk Nussdorf Wehr