Laufkraftwerk Teigitschmühle

Das VERBUND-Kraftwerk Teigitschmühle ist ein Laufkraftwerk in der Teigitsch und im unteren Teigitschgraben in der Gemeinde Voitsberg in der Steiermark gelegen.

Technische Beschreibung 

Das Kraftwerk Teigitschmühle wurde 1926 erbaut. Ab 1925 war das Werk erstmals als unbesetzte Anlage mit Fernsteuerung vom Werk Arnstein in Betrieb. Eine Francis-Doppelturbine mit einer Nennleistung von 1.200 kW und einer Nennfallhöhe von 12,1 m erzeugt im jährlichen Durchschnitt rund 2 GWh Strom. 

Auf einen Blick:

Eigentümer: VERBUND Hydro Power GmbH
Betreiber: VERBUND Hydro Power GmbH
Inbetriebnahme: 1926
Typ:  Laufkraftwerk
Region: Österreich, Steiermark
Gewässer: Teigitsch
Leistung: 1,2 MW
Jahreserzeugung: 1.876,2 MWh
Turbinen: Francis
Fischwanderhilfen:                      nein

Detailinformationen zu Geschichte, Bau und Technik

Im Juni 1922 beschloss die erste ordentliche Generalversammlung der Steirischen Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (STEWEAG), von der Firma Kranz die bestehende Wasserkraftanlage Teigitschmühle zu erwerben und als Hilfskraftwerk für das benachbarte Kraftwerk Arnstein, das ab 1923 errichtet wurde, zu adaptieren.

Im Jahre 1925, also nach Abschluss der Arbeiten am Leit-Kraftwerk Arnstein, begannen die Umbauarbeiten am Krafthaus sowie am Triebwasserkanal. Das Werk war erstmals als unbesetzte Anlage mit Fernsteuerung vom Werk Arnstein aus geplant. Diese Fernsteuerung wurde von Andritz entwickelt und auch eingebaut. Im Dezember 1925 sowie am 7. und 8. Jänner 1926 fand erfolgreich der Probebetrieb statt, womit das Werk durch den STEWEAG-Planungsingenieur Hermann Grengg an die Abteilung Betrieb übergeben wurde.

Nach der Inbetriebnahme gab es mehrfach Überlegungen, die Triebwasserversorgung, die ausschließlich über den Unterwasserkanal des Werks Arnstein erfolgt, durch eine zusätzlich Einleitung zu erhöhen. Dies ist jedoch bis heute nicht erfolgt.
 
Planung: Planungsabteilung der STEWEAG
Das Kraftwerk Teigitschmühle liegt im unteren Teigitschgraben in der Weststeiermark, nahe dem Krafthaus Arnstein. Man erreicht das Kraftwerk über einen von der Teigitschstraße II nach Osten abzweigenden Zufahrtsweg.

Das Kraftwerks-Ensemble besteht aus dem in einen Hang gebauten Maschinenhaus, der Umhausung der Turbinenschächte, dem erhöht darüber liegenden Wasserschloss und dem großen, hakenförmigen Trakt des Baumagazins.

Maschinenhaus
Das Maschinenhaus ist über rechteckigem Grundriss auf einer Fläche von etwa 10,6/5,3 m errichtet und etwa 6,7 m hoch. Es wurde mit seiner südwestlichen Stirnseite in den Hang gebaut und von einem Walmdach mit Dreiecksgaupen abgeschlossen. Seine Außenflächen sind glatt verputzt und gestrichen, die Laibungen der Fensteröffnungen sind abgeschrägt und mit Faschen umgeben.

Ursprünglich befand sich die Einfahrt zum Maschinenraum an der nordwestlichen Längsseite, an der ein dreiteiliges Einfahrtstor angeordnet ist. Zwei Lunettenfenster mit Sprossenteilung und vier oberhalb der Kranbahn angeordnete, quadratische Fenster mit Sprossenkreuz belichten das Innere des Maschinenraumes.

Die südöstliche, nunmehr als Eingangsseite benützte Längsmauer des Maschinenhauses ist wegen der vorgebauten Turbinenschächte nur zur Hälfte sichtbar: Ein breites Rundbogenfenster mit Kämpfer, drei Flügeln und Sprossenteilung ist oberhalb der einflügeligen Zugangstür angeordnet, während sich oberhalb der Kranbahn zwei kleine, quadratische Fensteröffnungen mit Sprossenkreuz befinden.

Das Innere des Maschinenhauses besitzt glatt verputzte Mauern, welche die Konsolen der Kranbahn tragen. Darüber tragen schmälere Wände den Dachstuhl und die flache, glatt verputzte Decke. Im südwestlichen Teil des Raumes ist der Generator des Maschinensatzes situiert, dessen horizontale Welle durch eine Öffnung in der südöstlichen Längsmauer mit den beiden Turbinenrädern gekoppelt ist.

Die Umhausung der Turbinenschächte schließt an die südöstliche Längsseite des Maschinenhauses an und besteht aus hohen, horizontal geschalten Sichtbetonmauern, deren Wangen mit abgetreppten Mauern gestützt werden. Der Boden der von einem Geländer umgebenen Plattform besteht aus Lichtgitter-Feldern, die in die Betonrahmenkonstruktion eingelassen wurden.

Wasserschloss
Das schmale, auf rechteckigem Grundriss errichtete Wasserschloss befindet sich auf der Anhöhe über den Turbinenschächten. Seine glatt verputzten Außenflächen besitzen an den Längsseiten je drei hochrechteckige, schmale, mit Quersprossen geteilte Fensteröffnungen, ein einfach gestuftes Gesimse schließt die Mauern unter dem Satteldach ab.

Baumagazin
Der an die nordöstliche Stirnwand des Maschinenhauses angebaute, hakenförmige Trakt besitzt die Maße von etwa 30,1/9,3 m und 16,5/8,3 m, ist eingeschoßig und mit Satteldächern gedeckt. Über einem werksteinverkleideten, überschlämmten Sockel sind die mit hochrechteckigen Fenstern versehenen Außenflächen glatt verputzt und gestrichen.

Triebwasserweg
Der Oberwasserkanal zwischen dem Krafthaus Arnstein und dem Kraftwerk Teigitschmühle ist 830 m lang. Über eine südöstlich der Turbinenschächte angebaute Stauklappe kann der Oberwasserkanal mit dem Unterwasserkanal, der in der Folge in die Teigitsch mündet, verbunden werden.
 
Maschinenhaus
Das Bauwerk besitzt glatt verputzte Außen- und Innenwände, das Dach ist mit Faserzement-Schindeln gedeckt und wird mittels Hängerinnen entwässert. Die Fenster sind mit Holzrahmen und -Sprossen mit Einfachverglasung ausgestattet, das Einfahrtstor und die Eingangstüre sind aus Holz gefertigt, der Boden des Maschinenraumes ist mit quadratischen, roten Fliesen belegt. Die Umhausung der Turbinenschächte besteht aus Eisen(Stahl-)betonmauern.

Wasserschloss
Das Wasserschloss besitzt glatt verputzte Oberflächen, die Dachdeckung besteht aus Faserzement-Schindeln, die Entwässerung erfolgt über Hängerinnen, die Fenster besitzen Metallrahmen.
 
Turbinen und Generatoren
Das Werk ist mit einer Francis-Doppelturbine mit einer Nennleistung von 1.200 kW ausgestattet. Sie wurde 1925 von der Maschinenfabrik Andritz bei Graz geliefert und kann mit einer Nennfallhöhe von 12,2 m 15 m³/sec. abarbeiten. Der über eine Achse gekuppelte 1.900 kVA-Drehstrom-Generator von der Elin Union besitzt eine Nennspannung von 5,5 kV.

Transformatoren
Die erzeugte Energie wird über einen 1.600 kVA-Maschinentransformator von 5,25 kV auf 21 kV hochgespannt und zur 20 kV-Anlage der STEWEAG-STEG-GesmbH. (SSG) im Kraftwerk Arnstein abgeleitet. Die Eigenbedarfsversorgung erfolgt direkt vom Kraftwerk Arnstein aus.

Wehranlage
Vor dem Triebwasser-Einlauf oberhalb des Krafthauses befinden sich zwei Tafelschütze, die über Zahnstangen gehoben und gesenkt werden können. Die Steuerung erfolgt vollautomatisch von Arnstein aus.

Hubwerke
Die Maschinenhalle wird von einem Brückenkran mit 15 t Hubvermögen bestrichen. Er muss sowohl zum horizontalen Verschieben als auch zum vertikalen Heben mittels Haspelketten manuell betätigt werden.

Rechenreinigung
Die vor dem Einlauf montierten Feinrechen müssen manuell gereinigt werden.
 

Querschnitte des Kraftwerks:

Querschnitt VERBUND-Kraftwerk Teigitschmühle
Querschnitt: Kraftwerk Teigitschmühle